Bauern sind trotz Dürrefolgen optimistisch

Alles andere als ein Erfolgsjahr

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Vertrockneter Winterroggen: Trotz Dürre schauen die Landwirte im Norden nach vorn. 

Kiel – Trotz erheblicher Einbußen in den Vorjahren sind die Landwirte im Norden für 2019 zuversichtlich. Nach den beiden Krisenjahren 2017 und 2018 erstaune ihn das mitunter selbst, sagte Bauernverbandspräsident Werner Schwarz am Donnerstag in Kiel. Doch: „Unsere Berufskollegen sind einfach Optimisten.“ Die Herbstbestellung sei gut verlaufen, erklärte Schwarz: „Die Saaten stehen gut.“ Außerdem hat sich die Lage für Milchvieh-Betriebe laut Bauernverband seit dem Ende der Milchkrise wieder etwas entspannt.

Im vergangenen Jahr hatten die Landwirte im Norden die schlechteste Ernte seit 42 Jahren eingefahren. Zehn Monaten Nässe waren vier Monate Dürre gefolgt – mit beträchtlichen Ernte-Einbußen. Bis Mitte Dezember gingen beim Landwirtschaftsministerium 1 075 Anträge auf Dürrehilfe ein – circa neun Prozent der schleswig-holsteinischen Betriebe hoffen also auf das Unterstützungsangebot von Bund und Land. Das recht große Interesse an der Dürrehilfe zeige, dass viele Betriebe „echte wirtschaftliche Probleme“ hätten, sagte Schwarz. Die Bauern meldeten Schäden in Höhe von rund 68 Millionen Euro. Diese können im Rahmen der Dürrehilfe aber nur zur Hälfte erstattet werden. Das Ministerium schätzte die Gesamtschäden im Land für 2018 auf 422 Millionen Euro. Ein erstes wichtiges Ereignis im neuen Jahr für die Landwirtschaft sei die Grüne Woche, erklärte Schwarz. Zur weltgrößten Agrar- und Ernährungsmesse, die morgen in Berlin startet, werden neben 20 regionalen Ausstellern unter anderem auch Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Landwirtschaftsminister Jan-Philipp Albrecht (Grüne) erwartet.

Es sei „ein Trend zu erkennen, dass die Bevölkerung sich gesünder ernährt“, sagte Schwarz mit Blick auf die Grüne Woche. So verzichteten etwa immer mehr Menschen auf Fleisch. Das sei erst einmal erfreulich – doch aus Sicht der Landwirte müsse immer auch bedacht werden, wie notwendige Produktionsanpassungen finanziert werden könnten: „Sonst verschwinden die Betriebe.“

Seit Anfang 2018 hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Land von knapp 12 500 auf 12 100 reduziert. Damit ist das Höfesterben im Vergleich nicht außergewöhnlich hoch ausgefallen. Im Jahr 2019 könnte es laut Bauernverband aufgrund der Dürrefolgen aber etwas zunehmen.  dpa

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