Landesregierung nimmt das Thema auf die Tagesordnung/ Demonstrationen sind angekündigt

Diskussion um den Wolf wird hitziger

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Fast 200 Jahre lang galt der Wolf im Norden als ausgestorben. Jetzt kommt er auf die Tagesordnung. - Foto: dpa

Kiel - In Schleswig-Holstein wird die Diskussion um den Umgang mit Wölfen immer hitziger. Am Mittwoch steht im Kieler Umwelt- und Agrarausschuss das Thema auf der Tagesordnung. Wolfs-Gegner haben für den Tag zu einer Demonstration aufgerufen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Um wie viele Wölfe geht es?

Zurzeit leben in Schleswig-Holstein nach Angaben des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mindestens zwei bis drei junge Wölfe fest.

Warum ist es wichtig, dass es wieder Wölfe in Deutschland gibt?

Der Wolf hat nach Angaben des Nabu in unserem Ökosystem die Funktion einer „Gesundheitspolizei“. Er reißt alte, kranke und schwache Tiere. Auch Waldschäden durch Wild können zurückgehen.

In welchen Fällen gab es in früheren Jahren Attacken auf Menschen?

Laut einer Studie des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA) gibt es drei unterschiedliche Angriffstypen: „Grundlose“ Attacken, wenn der Wolf tollwütig ist. Als Verteidigung, wenn er sich provoziert oder in die Ecke gedrängt fühlt. Als räuberischer Angriff bei der Jagd, wenn er den Menschen als Beute betrachtet. Dabei bestehe eine erhöhte Gefahr für Menschen, wenn der Wolf seine Zurückhaltung ihnen gegenüber verliert.

Wie groß ist die Gefahr durch Wölfe für den Menschen?

Wölfe betrachten Menschen nach Angaben des NINA nicht als Beute. Sobald ein Wolf sich in der Vergangenheit jedoch von Menschen ernährt habe, habe er dies getan, bis er selbst getötet wurde. Die Zahl der Übergriffe im 20. Jahrhundert sei aber dramatisch zurückgegangen. Unter anderem vermutlich, weil die intensive Verfolgung der Wölfe dazu führte, dass vor allem aggressive Wölfe getötet wurden.

Kann man einem Wolf am helllichten Tag begegnen?

Das ist möglich, aber nach Einschätzung des Wolfsinformationszentrums Schleswig-Holstein nicht wahrscheinlich. Der Wolf ist ein scheues und überwiegend nachtaktives Raubtier. Wird er jedoch tagsüber aufgestört, muss er sich ein neues Versteck suchen.

Wie soll man sich bei einer Begegnung mit einem Wolf verhalten?

Nicht gleich weglaufen, sondern stehen bleiben und sich dem Wolf bemerkbar machen. Durch lautes Sprechen, Armbewegungen und Klatschen sollte man den Wolf vertreiben und sich langsam vom Tier entfernen. - dpa

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