GdP fordert den Einsatz durch das SEK und MEK zu erproben

Diskussionen über Elektroschockpistolen

+
Ein Polizeibeamter hält einen Taser im Anschlag. Der Einsatz von Elektropistolen ist noch umstritten und soll in einem Pilotprojekt getestet werden. 

Kiel - Die Gewerkschaft der Polizei hat ihre Forderung bekräftigt, den Einsatz von Elektroschockpistolen zu erproben. Zumindest das Spezialeinsatzkommando (SEK) und das Mobile Einsatzkommando (MEK) sollten solche Waffen zunächst testen dürfen, sagte der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger. Ob das Mitführen einer Elektroschockpistole in dem jüngsten Fall von Bad Oldesloe etwas geändert hätte, könne er nicht sagen. „Das kommt sehr auf den Einzelfall an“, sagte Jäger. In Bad Oldesloe hatte am Sonntag ein Polizist einen Obdachlosen erschossen, der mit einem Messer auf ihn zugekommen war.

Im Übrigen seien auch die Distanz-Elektroimpulsgeräte (DEIG) nicht der Weisheit letzter Schluss, sagte Jäger. Wenn ein Polizist seine scharfe Pistole und eine Elektropistole mitführe, müsste er in Bruchteilen von Sekunden entscheiden, welche Waffe er einsetzt. „Im Zweifel könnte er sich auch für die falsche Waffe entscheiden“, sagte Jäger. Elektroschockpistolen setzen den Getroffenen aus einer Distanz von mehreren Metern für mehrere Sekunden außer Gefecht. In Nordrhein-Westfalen soll Ende des Monats ein Pilotprojekt zum Einsatz solcher Waffen flächendeckend starten. Die GdP in Schleswig hatte auf ihrem Delegiertentag im vergangenen November die Forderung beschlossen, eine Rechtsgrundlage für den DEIG-Einsatz zu schaffen. Dafür müsste das Landespolizeigesetz geändert werden. „Es ist natürlich sehr tragisch, wenn durch einen Polizei-Einsatz ein Mensch ums Leben kommt“, sagte Jäger angesichts des Falles von Bad Oldesloe. Auch für die beteiligten Beamten sei das sehr schwerwiegend. „Sie sind psychisch belastet, müssen ein Strafverfahren über sich ergehen lassen und auch dienstlich damit weiter klarkommen.“ Notwendig seien eine konsequente Vorbereitung auf solche Ereignisse und eine intensive Betreuung danach, sagte Jäger. Das Einsatztraining in der Landespolizei funktioniere zwar ganz gut. „Ich wünschte mir manchmal mehr Zeit für die Kollegen bei der Nachbereitung des Einsatzgeschehens in der vorangegangenen Schicht.“ Der tägliche Dienst sei häufig von dramatischen Gefahrensituationen geprägt, die sich leider häuften, ergänzte Jäger. - dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.