Lichtblick

Faule Schiffskredite: Nach düsteren Jahren Gewinn in Sicht

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Bezüglich fauler Schiffskredite ist die Abwicklungsgesellschaft erstmals vorsichtig-positiv gestimmt.  

Kiel – Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank wird das Geschäftsjahr 2018 voraussichtlich erstmals mit einem operativen Gewinn abschließen. Es stehe aber noch nicht fest, ob ein insgesamt positives Jahresergebnis gelinge, sagte Ulrike Helfer, Vorstand der HSH portfoliomanagement (pm), gestern in Kiel. Dies hänge wesentlich davon ab, ob und wie hoch eine weitere Risikovorsorge für das Kreditportfolio notwendig sei. „Die Zahlen hierzu werden erst zur Aufstellung des Jahresabschlusses und nach Genehmigung durch den Wirtschaftsprüfer vorliegen“, sagte Helfer. Damit sei im Frühjahr zu rechnen. Über die Höhe des operativen Gewinns machte sie keine Angaben.

Die pm, eine Anstalt des öffentlichen Rechts, hatte am 1. Juli 2016 faule Schiffskredite der HSH Nordbank im Nominalwert von insgesamt 4,1 Milliarden Euro übernommen und dafür 2,4 Milliarden Euro bezahlt.

Erst durch diesen Schritt wurde der inzwischen erfolgte Verkauf der Bank überhaupt erst möglich. Die HSH Nordbank wird Hamburg und Schleswig-Holstein laut Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) am Ende je Land 5,5 bis 7,0 Milliarden Euro kosten.

Im Gründungsjahr 2016 verbuchte die pm noch einen Verlust von 505 Millionen Euro. 2017 machte sie 44,4 Millionen Euro Verlust. Die Summe war deutlich niedriger, weil nur noch zwei Millionen Euro statt 470 Millionen Risikovorsorge nötig waren.

Angesichts der vor zehn Jahren ausgebrochenen Schifffahrtskrise bewertete Helfer das Geschäftsjahr 2018 verhalten positiv: „Dort, wo es gute Marktentwicklungen gegeben hat, haben wir die Chancen genutzt und Teile des Portfolios abgebaut. Damit liegt die Talsohle aus dem Jahreswechsel 2016/2017 zunächst hinter uns.“ Dennoch habe es 2018 Entwicklungen an den Märkten gegeben, die sich kurz- bis mittelfristig belastend auf das Sicherheitenportfolio auswirken könnten. Als Beispiele nannte Helfer Unsicherheiten durch Handelskonflikte, den Brexit sowie die rückläufige Weltwirtschaft.

Schiffe halten für die Kredite als Sicherheit her.

Deren Werte sind jedoch von den Entwicklungen an den Schifffahrtsmärkten abhängig und liegen wegen einer Krise mit Überkapazitäten und andauernden niedrigen Frachtraten weit unterhalb der ursprünglichen Nominalwerte. Der Abbau der Schiffssicherheiten im Portfolio der pm verläuft laut Helfer dennoch schneller als erwartet.

Ursprünglich standen 253 Schiffe als Sicherheit. 2016 wurden zwei Schiffe verwertet, 2017 weitere 37 Schiffe und bis Ende September 2018 ebenfalls 37. Ende des 3. Quartals 2018 befanden sich noch 177 Schiffe im pm-Portfolio. „Dieser Abbau ist ein sehr erfreuliches Ergebnis der geleisteten Arbeit im Geschäftsjahr“, sagte Helfer. „Die Restrukturierung des Kreditportfolios ist weiter vorangeschritten“, resümierte Helfer. „So konnten im Geschäftsjahr 2018 weitere Sanierungen, insbesondere auch großer Kreditnehmer, erfolgreich abgeschlossen werden.  dpa

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