CORONAVIRUS Mittlerweile 27 Fälle im Bundesland

Kinderärztin in Kiel infiziert

Ärztin oder Patientin? In Kiel wurde eine Medizinerin positiv getestet. Foto: dpa

Kiel – Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus steigt in Schleswig-Holstein deutlich an. Bis gestern Nachmittag waren im Norden 27 Menschen nachweislich an Covid-19 erkrankt. „Jeder muss dazu beitragen, das Risiko einer Übertragung zu minimieren, auch wenn eigene Nachteile damit verbunden sind“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP).

Zu den neuen Fällen zählt die Infektion einer Kinderärztin des Kieler Uniklinikums. Die 34-Jährige war am Wochenende von einem Skiurlaub aus Österreich zurückgekehrt und ging am Montag wieder zur Arbeit. 42 Kontaktpersonen sollen nun auf das Virus getestet werden. Sieben Ärzte, drei Pfleger und fünf weitere Personen hätten mehr als 15 Minuten Kontakt mit der Erkrankten gehabt, sagte der Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Jens Scholz, gestern. „Die haben wir natürlich alle nach Hause geschickt.“

Scholz appellierte, „die Leute sollen nicht in die Krankenhäuser rennen“. Er würde nicht soweit gehen, von Besuchen bei Patienten abzuraten. Diese sollten aber auf eine Person pro Tag beschränkt werden. Das Gesundheitsministerium ging einen Schritt weiter und riet, auf Besuche in Kliniken und Altenheimen möglichst zu verzichten.

Es gehe weiter darum, die Ausbreitung der Infektionen zu verlangsamen, sagte Scholz. „Jeder für sich persönlich sollte prüfen, was kann er dazu beitragen.“ Er geht davon aus, dass die wenigsten Erkrankten eine Intensivbehandlung brauchen werden. Allein die Uniklinik könne etwa 500 Tests pro Tag ausführen und sei dabei nicht annähernd ausgelastet. Erste Anlaufstation müsse aber weiter die Behördennummer 116117 sein.

In Kiel waren neben der Kinderärztin bis gestern Nachmittag drei weitere Covid-19-Fälle bekannt. Betroffen sind auch ein Berufsschüler und eine 59 Jahre alte Zollbeamtin. Beide waren ebenfalls im Skiurlaub in Österreich. Der Berufsschüler besucht derzeit eine Rendsburger Schule. Er hat nach Angaben des Kreises mit zwei Klassen eine Tour ins Zillertal gemacht. Alle 60 Kinder, die Lehrer und die unmittelbaren familiären Kontakte seien nun in häuslicher Quarantäne, teilt der Kreis mit.

Darüber hinaus wurden gestern in Lübeck fünf weitere Erkrankungen bei Reise-rückkehrern bekannt. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wurde bei einem 50-Jährigen das Coronavirus nachgewiesen. Erstmals ist auch eine Infektion im Kreis Schleswig-Flensburg bestätigt worden. Eine Quarantäne der erkrankten Person wurde angeordnet.  dpa

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