Martin Turowski, Betreiber des Ratzeburger Kinos Burgtheater, setzt sich für eine Entschärfung bei den Vorschriften für Kinobesuche ein.
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Martin Turowski, Betreiber des Ratzeburger Kinos Burgtheater, setzt sich für eine Entschärfung bei den Vorschriften für Kinobesuche ein.

Abstandsvorgaben sind auch der Landes-SPD mittlerweile zu streng

Kinobetreiber verlangen Lockerungen

Da Schleswig-Holstein in Bezug auf die Inzidenzzahlen ein Vorzeigeland ist, wüschen sich Kinobetreiber mehr Lockerungen die Möglichkeit, die Kinosäle flexibler zu besetzen.

Die Kinos im Norden seien durch die aktuellen Einschränkungen des Landes härter getroffen als die Filmtheater in anderen Bundesländern.

Der Kinoverbund-SH, die Kooperationsgemeinschaft der Kinos im Land, hat in einem „Brandbrief“ an Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und an den Landtag ebenfalls Lockerungen gefordert. Die SPD habe Verständnis für die Sorge der Kinobetreiber, unter den aktuellen Bedingungen nicht wirtschaftlich vertretbar arbeiten zu können, sagte die Landesvorsitzende Serpil Midyatli. „Natürlich können die Säle nicht voll besetzt werden.“ Eine Maskenpflicht sei bei mehrstündigen Vorführungen nicht umzusetzen, wohl aber der Nachweis eines negativen Tests. Kino sei Unterhaltung und Freizeitvergnügen, das viele schon lange vermisst haben, sagte Midyatli. „Es gibt Filme, die muss man einfach im Kino sehen.“

Aus Sicht der Betreiber bietet die aktuelle Landesverordnung den Kinos keine vernünftigen Rahmenbedingungen für Vorstellungen ohne Maske. Es dürften nur Personen in die Kinos, die getestet, geimpft oder genesen sind, heißt es in ihrem „Brandbrief“. Wegen der Vorgaben könnten die Kinos ihre Säle nur mit 20 Prozent der Kapazität belegen. So dürften in Sälen mit 300 Plätzen nur 60 Zuschauer sitzen. „Für uns ist es unerklärlich, weshalb wir als Vorzeigebundesland mit einigen Kreisen mit einer 0-er Inzidenz diese unverhältnismäßigen Regeln ertragen müssen“, heißt es in dem Schreiben.

Die meisten Bundesländer für Kinos hätten die Testpflicht bei einer Corona-Inzidenz unter 35 abgeschafft und den Mindestabstand – ohne Maske am Platz – auf einen Meter reduziert. „Es tut uns sehr weh, dass wir nun bundesweit verspottet werden“, schreibt der Kinoverbund. „Die jetzige Verordnung entbehrt jeglicher Vernunft.“ Die Enttäuschung aller Kinobetreiber sei riesengroß.  dpa

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