Ab Sommer 2020 weniger Kosten

Kita-Reform entlastet Eltern

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Die Gebühren für Kindergärten und Kitas in Schleswig-Holstein sollen gedeckelt werden.

Kiel – Viele Familien werden ab Sommer 2020 weniger Geld für die Kinderbetreuung bezahlen müssen. Die Ganztagsbetreuung eines Kindes unter drei Jahren in einer Krippe werde dann maximal 288 Euro und in einer Kindertagesstätte höchsten 233 Euro im Monat kosten, kündigte Sozialminister Heiner Garg (FDP) am Donnerstag in Kiel an. Bisher müssen manche Eltern deutlich mehr bezahlen, in Einzelfällen bis zu 800 Euro im Monat. Die neuen Sätze werden für ganz Schleswig-Holstein gelten und für alle Träger – auch für Kindergärten der Kirchen.

Stolz präsentierte Garg Eckpunkte der Kita-Reform, die zu den Projekten der Jamaika-Koalition von CDU, Grünen und FDP gehört. 15 Monate „harter und intensiver Arbeit“ lägen hinter den Akteuren. Es gehe um drei Ziele, betonte Garg: Die Eltern und die Kommunen finanziell zu entlasten sowie die Qualität der Kitas zu verbessern. Das Gesetz soll im September ins Parlament kommen und zum Start des Kita-Jahres am 1. August 2020 umgesetzt werden. Noch sind viele Fragen ungeklärt, etwa der angestrebte Mindestsatz für Tagesmütter. Oder in welchen Zeiten die Kitas geschlossen sind. Allerdings stehen neben der Deckelung der Ganztagsbetreuung auch die Elternbeiträge für einen Halbtagsplatz bereits fest: Fünf Stunden Betreuung täglich in den Krippen für unter Dreijährige kosten künftig rund 180 und in den Kitas für ältere Kinder etwa 145 Euro im Monat.

Ein wichtiger Baustein der Reform ist die Wahlfreiheit, wo Eltern ihr Kinder unterbringen. Dies muss nicht mehr der Wohnort sein, sondern kann in der Nähe des Arbeitsplatzes sein. Nach einer Modellrechnung des Ministeriums werden Eltern in fünf Jahren ganztägiger Kinderbetreuung um durchschnittlich 4 392 Euro entlastet. Während Garg die Mehraufwendungen von Land und Bund in dreistelliger Millionenhöhe herausstrich, gossen die Vertreter der Kommunen Wasser in den Wein. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und Vertreter des Gemeindetags und des Landkreistags betonten bei der Pressekonferenz mit Garg, dass mehr Geld notwendig sei, um den Rechtsanspruch von Eltern auf einen Kitaplatz erfüllen zu können.

Die SPD lobte die Reform als Schritt in die richtige Richtung, politisches Ziel müsse aber die Beitragsfreiheit sein. „Wir fordern weiterhin die komplette Beitragsfreiheit“, sagte Fraktionsvize Serpil Midyatli. „Was in anderen SPD-geführten Nordländern unter ähnlichen Umständen möglich ist, muss auch für Schleswig-Holstein gelten.“ 

dpa

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