Die Störche sind aus den Winterquartieren zurück und faszinieren Jung und Alt

Es klappert wieder im Land

Sie sind wieder da: Die Weißstörche besiedeln derzeit wieder ihre Nester im Norden. Foto: dpa

Bergenhusen – Die Störche in Schleswig-Holstein klappern wieder. Im „Storchendorf“ Bergenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg) sind bereits drei Viertel der Paare zurück aus den Winterquartieren, berichtet Jörg Heyna von der Nabu-Arbeitsgruppe Storchenschutz. Nach ihrer Ankunft begannen sie sofort mit der Reparatur und dem Auspolstern ihrer Nester. Im Kreis Steinburg begann ein erstes Storchenpaar bereits am 10. März mit der Brut: Die Storcheneltern wollen ihren Nachwuchs in einem Horst in Holstenniendorf großziehen.

Auch in Nordfriesland sind schon viele Storchenpaare mit den Vorbereitungen für die Brutzeit beschäftigt. Während in St. Peter-Ording knapp zwei Dutzend der majestätischen Vögel gemeinsam mit ihren Partnern ihre Horste auf Vordermann bringen, wartet im nördlichsten genutzten Nest Deutschlands in Tinningstedt ein einsamer Storch auf einen Partner beziehungsweise eine Partnerin, sagte Heyna.

„Denn der Weißstorch ist Nest-Treu, aber nicht unbedingt Partner-Treu. Doch natürlich gibt es auch Ausnahmen – Störche, die standhaft sind“, erinnert sich Heyna. Vor ein paar Jahren habe ein Storch im nordfriesischen Wisch ein viertel Jahr auf seine Partnerin gewartet. „Es kamen schon früher neue Weibchen, aber er hat sie alle verjagt. Als seine Partnerin tatsächlich nach 96 Tagen ankam, war es schon Mitte Mai und zu spät für eine Brut.“

So lange muss Storchenmann „Nick“ wahrscheinlich nicht warten. Nick ist ein sogenannter Senderstorch mit einem GPS-Sender auf dem Rücken, sodass man seine Bewegungen nahezu in Echtzeit über das Internet verfolgen kann. „Nick überwinterte in Spanien, und wartet jetzt in Seeth auf seine Partnerin“, sagte Henna.

Drei andere Senderstörche sind noch auf dem Rückweg nach Schleswig-Holstein. „Gustav, Arthur und Elfi kommen aus Afrika. Sie sind zurzeit südlich der Karpaten und haben Probleme, weiter zu fliegen. Die Witterungsbedingungen sind dort momentan ungünstig“, erzählt Heyna.

Arthur und Elfi verbrachten den Winter getrennt: „Er war westlich des Tschad-Sees, und sie mehr im Sudan. Auch ihren Rückflug machen sie getrennt. „Am Donnerstag waren sie ungefähr 200 Kilometer auseinander: Er in Rumänien östlich Bukarest, und sie noch in Bulgarien.“ Sie sind auf dem Weg nach Looft im Kreis Steinburg, weiß Heyna. „Letztes Jahr sind sie am 1. April angekommen innerhalb einer halben Stunde.“ Dieses Jahr werde es wohl ein bis zwei Wochen später.

Dann wird wohl auch Senderstorch Gustav seinen Horst in Thielen an der Eider südlich von Erfde erreichen. Nach Angaben des Nabu brüten in Schleswig-Holstein rund 200 Paare des Weißstorchs.  dpa

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