Streit vor Gläubigerversammlung

Kommt die „Gorch Fock“ aus dem Dock?

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Seit 2015 saniert die Elsflether Werft die „Gorch Fock“. Kommende Woche soll das Schiff zu Wasser gelassen werden – wenn sich Subunternehmer und Marine einigen. 

Nordenham – Ein Streit der Gläubiger stellt das Ausdocken des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ kurz vor dem Termin infrage. Der sanierte Rumpf des Marine-Seglers soll eigentlich am kommenden Freitag wieder zu Wasser gelassen werden. Am Montag treffen sich die Gläubiger der insolventen Elsflether Werft in Nordenham zu ihrer ersten Versammlung. Die Werft saniert das Schiff.

Im Mittelpunkt der Versammlung stehe, dass der Geschäftsbetrieb der Werft fortgeführt werden kann, sagte Rechtsanwalt Per Hendrik Heerma am Freitag. Der Sachwalter kontrolliert derzeit die Geschäfte der Werft.

Überlagert wird das Treffen aber vom Streit zwischen einem wichtigen Subunternehmer und der Marine. Die „Gorch Fock“ liegt in der Bredo-Werft in Bremerhaven. Diese will den Dreimaster als Pfand behalten, wenn der Bund offene Rechnungen in Höhe von 4,3 Millionen Euro nicht begleicht. Bredo ist wegen der Außenstände selber in Probleme geraten.

Die Kosten der Sanierung sind völlig aus dem Ruder gelaufen. Statt zehn Millionen Euro sind bereits mehr als 70 Millionen Euro ausgegeben worden. Gerechnet wird mit 135 Millionen. Hinzu kommt, dass die Ex-Führung der Elsflether Werft Millionen in Nebengeschäfte gesteckt hat, die nun bei der Bezahlung von Zulieferern fehlen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt wegen Untreue.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gab an, Vertragspartner der Bredo- sei die Elsflether Werft, nicht der Bund. Bredo müsse seine Forderungen an die Elsflether Werft richten. „Wir gehen davon aus, dass die Ausdockung am Freitag erfolgen wird“, sagte er. Der Bund werde eigene Rechte wahren. Auch ein Sprecher der Elsflether Werft sagte: „Wir wollen am 21. Juni ausdocken.“ 

dpa

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