Der Syrer Ahmed Alsamiye mit seiner Tochter Halasham. Sie haben auf der Hallig Langeneß ihr neues Zuhause gefunden. - Foto: dpa
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Der Syrer Ahmed Alsamiye mit seiner Tochter Halasham. Sie haben auf der Hallig Langeneß ihr neues Zuhause gefunden.

Herausforderung für Städte und Gemeinden

Kommunen fordern mehr Geld für Integration

Flensburg - Die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen sind für die Kommunen weiter eine Herausforderung. „Wir wissen maximal zehn Tage vorher, was sind das für Menschen, woher kommen sie, was für eine Betreuung benötigen sie“, sagte Uta Weinerdt-Höfer, Fachbereichsleiterin für Einwohnerservice und Willkommenskultur bei der Stadt Flensburg. Sie bezog sich damit auf die Flüchtlinge, die der Stadt von den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes zugewiesen werden.

Auch finanziell wünscht sie sich mehr Unterstützung: Leistungen, die sich auf Sprache, Integration und direkte Unterbringung beziehen, müssten zu 100 Prozent vom Bund gezahlt werden. „Für die Kommunen bleiben, etwa für die Bereitstellung von Wohnraum, noch genug Aufgaben.“

Über zusätzliche Aufgaben klagen neben Flensburg viele Städte und Kreise im Land, das seit Januar für die Dauer des Asylverfahrens allerdings inzwischen 90 Prozent der Kosten für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz übernimmt. Auch auf eine ausgeweitete „Integrations- und Aufnahmepauschale“ hatte man sich geeinigt.

Doch für Menschen mit bereits abgeschlossenem Asylverfahren müssten die Kommunen dann oft alleine aufkommen, sagte Jochen von Allwörden, Geschäftsführer des Städteverbands Schleswig-Holstein. „Je schneller die Verfahren, desto eher haben die Menschen auch Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II“, sagte er. „Das betrifft auch Schulen, Kindergärten, Sprachförderung, wir haben hier akuten Diskussionsbedarf.“

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Landesverbände will von Allwörden daher am Mittwoch im Landesinnenministerium um weitere Unterstützung bitten. „Wir wollen, dass ein Prozess in Gang kommt, in dem wir uns auf einen neuen Flüchtlingspakt verständigen.“ Ein Ministeriumssprecher bestätigte die Aufnahme von Gesprächen – allerdings müsse die Agenda, wann über welche Punkte verhandelt wird, noch festgelegt werden.

Dass das Land bei der Betreuung von Flüchtlingen mit noch laufenden Asylverfahren bereits hilft, zeigt die Stelle von Anna Köhler. Die 28-jährige Friedens- und Konfliktforscherin arbeitet seit Januar als Flüchtlingskoordinatorin bei der Stadt Flensburg, ein Kollege unterstützt sie. Ihre Stellen sowie die der jeweils bis zu zwei weiteren Koordinatoren in den anderen kreisfreien Städten sowie elf Landkreisen bezahlt Schleswig-Holstein bereits. Die Koordinatoren bündeln Informationen für Hilfsorganisationen, Sprachschulen oder die Arbeitsagentur.

dpa

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