Die meisten Beschäftigten ließen sich aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen krankschreiben.
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Die meisten Beschäftigten ließen sich aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen krankschreiben.

Ein kräftiger Anstieg infolge der Pandemie bleibt jedoch aus

Krankenstand im Norden erhöht

Hamburg/Kiel – In Schleswig-Holstein hat sich der Krankenstand im ersten Halbjahr nach Angaben der Krankenkasse DAK spürbar erhöht. Ein nachhaltiger kräftiger Anstieg infolge der Corona-Pandemie blieb demnach aber aus. Zahlen besagen, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres an jedem Tag von jeweils 1 000 Arbeitnehmern durchschnittlich 42 krankgeschrieben waren. Damit stieg die Quote um 0,3 Punkte auf 4,2 Prozent und damit auf den Bundesdurchschnitt.

Für die Krankenstands-Analyse hat das Berliner Institut „Iges“ die Daten von mehr als 115 000 DAK-versicherten Beschäftigten in Schleswig-Holstein ausgewertet. Demnach stieg die Zahl der Fehltage aufgrund von Atemwegserkrankungen um 15 Prozent auf 128 Tage je 100 Beschäftigte. Insgesamt blieben die Fehlzeiten infolge Erkältungen und Grippe aber noch unterhalb der Zahlen des schweren Grippejahres 2018. Der DAK-Report für Schleswig-Holstein zeigt auch, dass die meisten Fehltage weiterhin auf Muskel-Skelett-Erkrankungen entfallen. Diese verursachen ein Fünftel aller Fehltage. Danach folgen psychische Leiden und Atemwegserkrankungen.

Die Beschäftigten hatten im Durchschnitt 7,6 Fehltage, nach 7,1 im ersten Halbjahr des Vorjahres. Im Corona-Lockdown-Monat März war der Krankenstand mit 5,7 Prozent höher als im gleichen Vorjahresmonat (5,2 Prozent). Im April sank die Quote dann auf 4,6 Prozent, im Mai und Juni auf 3,3 und 2,3 Prozent.

„Entgegen den Erwartungen ist ein nachhaltiger Anstieg der Arbeitsunfähigkeit ausgeblieben, obwohl es wegen der Pandemie noch bis Ende Mai die telefonische Krankschreibung gab“, erläuterte DAK-Landeschef Cord-Eric Lubinski. „Das zeigt, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind.“ Nicht nur bei Covid-19, sondern bei vielen Erkrankungen sollte generell die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und andere Patienten mit bedacht werden.  dpa

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