Zahlreiche positive Coronatests hat es in Schleswig-Holstein gegeben.
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Zahlreiche positive Coronatests hat es in Schleswig-Holstein gegeben.

Land registriert 111 Neuinfektionen / Kabinett will heute über Corona-Lage beraten

Kreise melden deutlich gestiegene Fallzahlen

Kiel – In Schleswig-Holstein haben die Kreise Dithmarschen und Stormarn sowie die Stadt Neumünster mit Corona-Inzidenzwerten von inzwischen fast 40 deutliche Anstiege gemeldet. Landesweit lag der Inzidenzwert – die Zahl der Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 21,6 (Stand gestern) und bundesweit bei 51,3. Das Kabinett von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) will heute mit Fachleuten über die Lage beraten.

Im Kreis Dithmarschen stieg der Inzidenzwert nach Angaben einer Kreissprecherin auf 39,79 – das ist der aktuell höchste Wert in Schleswig-Holstein. Knapp dahinter liegt Neumünster. Dort stieg innerhalb eines Tages der Inzidenzwert von 30,9 auf 39,5. Im Kreis Stormarn lag der Inzidenzwert bei 38,1. Dort wurden Maßnahmen angeordnet, um das Infektionsgeschehen wieder zurückzudrängen.

In Neumünster und Dithmarschen gab es nach Angaben von Stadt und Kreis jeweils zehn Neuinfektionen, im Kreis Stormarn sogar 32 weitere Neuinfektionen. Darunter seien auch sieben von neun Bewohnern sowie fünf Beschäftigte eines Alten- und Pflegeheimes. Ansonsten erstrecken sich nach Angaben des Kreises die Infektionsquellen auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens, etwa Feierlichkeiten, Reisen oder Sport.

In Neumünster steckten sich vier Frauen und drei Männer, die in der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Quarantäne waren, bei bereits Infizierten an und wurden auf dem Gelände der Einrichtung isoliert. Zudem sei eine Reiserückkehrerin aus Polen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte ein Stadtsprecher mit. Bei zwei erkrankten Männern sei die Quelle der Infektion unbekannt.

Über die Neuinfektionen in Dithmarschen lagen zunächst keine näheren Angaben vor. Noch im Laufe des Tages sollte wie in Stormarn eine Allgemeinverfügung des Kreises mit verschärften Schutzmaßnahmen bekannt gegeben werden.

Neumünster hatte am vergangenen Donnerstag eine Allgemeinverfügung veröffentlicht. So wurde in der Innenstadt und rund um das Designer-Outlet-Center eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes angeordnet. Private Veranstaltungen und Feiern dürfen im öffentlichen Raum nicht mehr als 25 Personen umfassen und im privaten Raum nicht mehr als 15 Personen.

Nach einem Erlass der Landesregierung zur Umsetzung der Corona-Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz aus der vergangenen Woche muss ab einem Inzidenzwert von 35 eine Mund-Nasen-Bedeckung überall dort getragen werden, wo Menschen länger oder dichter zusammenkommen. Gemeint sind zum Beispiel Märkte, belebte Plätze und Einkaufsstraßen. In der Gastronomie gilt von 23 bis 6 Uhr des Folgetags eine Sperrzeit. Hinzu kommen die Beschränkungen für Veranstaltungen inklusive privater Feiern. Die Kreise oder kreisfreien Städte sind angehalten, entsprechende Allgemeinverfügungen für ihren Bereich zu erlassen.

In Schleswig-Holstein erhöhte sich landesweit die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten binnen eines Tages um weitere 111 Fälle. Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich damit bislang 5 988 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, teilte die Landesregierung mit am Dienstagabend mit. Als genesen gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 5 000 Menschen. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben ist, blieb weiter bei 163.  dpa

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