Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 94-Jährige

KZ-Schreibkraft im Visier

Das KZ Stutthof war bis 1945 der Arbeitsplatz der Angeklagten. Foto: dpa

Itzehoe – Die Staatsanwaltschaft von Itzehoe ermittelt gegen eine ehemalige Schreibkraft des Konzentrationslagers Stutthof bei Danzig wegen Verdachts der Beihilfe zum Mord. Überlebende des Lagers seien in Israel und den USA als Zeugen vernommen worden, sagte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow gestern. Die 94 Jahre alte Frau arbeitete von 1943 bis 1945 als Schreibkraft in dem KZ. „Die Frage ist, was sie dort geschrieben hat“, sagte er. Sollte sie angeklagt werden, müsste sie sich wegen ihres damaligen Alters vor der Jugendkammer verantworten. Zuvor hatte unter anderem der NDR darüber berichtet.

Die Staatsanwaltschaft sei durch die für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständige Zentralstelle in Ludwigsburg auf den Fall der im Landgerichtsbezirk lebenden Frau aufmerksam geworden, sagte Müller-Rakow. Er konnte keine Angaben darüber machen, ob die Frau befragt wurde.

Im KZ Stutthof und seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten Todesmärschen zu Kriegsende starben nach Angaben der Zentralstelle rund 65 000 Menschen.  dpa

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