Emoji-Kekse mit Maske: Mit der strengen Pflicht ist es jedoch in Schleswig-Holstein bald vorbei.
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Emoji-Kekse mit Maske: Mit der strengen Pflicht ist es jedoch in Schleswig-Holstein bald vorbei.

Keine Beschränkungen mehr bei Gelten der 3G-Regel

Land lockert Maskenpflicht

Kiel – Schleswig-Holstein will Geimpften, Genesenen und Getesteten in der Corona-Pandemie ein Stück mehr Normalität verschaffen. Die Maskenpflicht und Kapazitätsbeschränkungen sollen in allen Bereichen entfallen, wo das 3G-Prinzip (geimpft, genesen oder getestet) gilt – etwa bei Veranstaltungen, beim Sport und in der Gastronomie.

Damit werde „so viel wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie“ möglich.

Die schwarz-grün-gelbe Koalition vollzieht mit der nächsten Corona-Verordnung einen klaren Kurswechsel. Das Kabinett soll die neuen Regeln in der kommenden Woche beschließen. Am 20. September sollen sie in Kraft treten. „Überall da, wo 3G in Schleswig-Holstein eingehalten werden kann, gelten in Zukunft keinerlei Beschränkungen mehr“, sagte Günther. Notwendig sei dafür aber mehr Eigenverantwortung der Menschen. „Dort, wo die 3G-Regelung nicht greift wie im öffentlichen Personenverkehr, gilt jedoch nach wie vor die Maskenpflicht.“ Das betrifft auch den Einzelhandel.

Den Plänen zufolge gibt es dann bei Veranstaltungen, im Kino, beim Sport oder in der Gastronomie keine Kapazitätsbeschränkungen mehr. Ebenso entfallen die Abstandsregeln sowie Vorgaben zur Einhaltung des Abstandsgebots und der Erhebung von Kontaktdaten in Innenbereichen.

In den Schulen bleibt die Maskenpflicht dagegen mindestens bis nach den Herbstferien bestehen. Die Regierung begründete den Paradigmenwechsel mit der seit Wochen relativ konstanten Inzidenz und einer geringen Hospitalisierungsrate.

Die Sieben-Tage-Inzidenz soll künftig nicht mehr die entscheidende Rolle spielen. Stattdessen soll die Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten stärker in den Blick rücken. Derzeit seien nur 2,2 Prozent der möglichen Intensivbetten belegt, sagte Günther. „Verschärfungen wird es geben bei einer angespannten Lage in den Krankenhäusern. In einem solchen Fall gilt 2G mit der Wahlmöglichkeit für 3G.“ Von den neuen Regeln profitieren auch die Profi-Vereine. Für sie gelten keine Zuschauer-Obergrenzen mehr.

Nach Angaben der Landesregierung sind mehr als 65 Prozent der Menschen im Norden vollständig gegen das Coronavirus geimpft, eine Erstimpfung haben mehr als 70 Prozent erhalten. Derzeit infizierten sich überwiegend Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder wollen. „Diese Zahlen zeigen, dass wir uns in einer Pandemie der Ungeimpften bewegen“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP).

Oppositionsführerin Serpil Midyatli (SPD) warnte, die Pandemie sei noch nicht vorbei. Bei den Plänen der Landesregierung könne leicht ein anderer Eindruck entstehen. „Das beunruhigt uns trotz aller Sympathie dafür, für geimpfte Menschen einen Weg hin zur Normalität aufzuzeigen.“ Insbesondere der weitgehende Wegfall der Maskenpflicht sei übereilt.

Am Montag hatte die Zahl der Neuinfektionen im Land binnen sieben Tagen nach Angaben der Landesregierung bei 50,8 pro 100 000 Einwohnern gelegen. In den Krankenhäusern wurden 67 Covid-19-Patienten behandelt. 19 von ihnen auf der Intensivstation, 16 werden dort beatmet. dpa

Daniel Günther spricht von einem Schritt in Richtung Normalität.

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