Schloss Gottorf in Schleswig - Foto: dpa
+
Schloss Gottorf in Schleswig

Landesmuseen werden 2017 von An- und Umbauten geprägt sein

„Ein Jahr des Aufbruchs“

Schleswig - Das Landesmuseum Schloss Gottorf zeigt zu Emil Noldes 150. Geburtstag und dem Reformationsjubiläum gleich zwei große Sonderausstellungen in diesem Jahr. „Über zehn Jahre hat man sich in Wissenschaft und Ausstellungswesen auf diese Wochen vorbereitet“, sagte Claus von Carnap-Bornheim zu Martin Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren. Der leitende Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen fuhr fort: „Sicherlich nicht ahnend wie er die Welt verändert“, habe Luther gehandelt, sagte Carnap-Bronheim gestern in Schleswig.

Um die Ausbreitung des Protestantismus in Norddeutschland und Dänemark zu zeigen, soll in der Schau „Luthers Norden“ neben zahlreichen kirchlichen Exponaten auch Kunst von Lucas Cranach, Philipp Otto Runge oder Caspar David Friedrich ausgestellt werden.

Diese, wie von Carnap es nennt, „Kulturgeschichte der Reformation“ entstand in Kooperation mit dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald und der Nordkirche. „Luthers Norden“ ist von Oktober an und über den Reformationstag (31.10.) auf der Schlossinsel zu sehen. Premiere ist im Mai in Greifswald.

Während es bei der Schau zu Luther besonders um Einordnung und Wirkungsgeschichte der Exponate geht, steht bei Nolde (1867 bis 1956) die farbstarke, exotische Kunst im Mittelpunkt. Stolze 150 seiner Werke aus der Südsee sollen von Mai an auf Gottorf zu sehen sein. Die neben eigenen Werken auch Leihgaben der Nolde-Stiftung Seebüll umfassende Ausstellung behandelt Emil und Ada Noldes koloniale Expedition nach Neuguinea 1913.

Doch nicht nur kulturell bewegt sich bei den Landesmuseen 2017 viel. Nach einem Jahr der Konsolidierung sei nun ein Jahr des Aufbruchs angebrochen, sagte von Carnap. Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestags Ende 2016 15,6 Millionen Euro für die Modernisierung des Schlosses bewilligt hatte, hätten die Planungen um drei Jahre vorgezogen werden müssen. Die Museumslandschaft habe selten Phasen gehabt, „in denen so viel in Strukturen und Gebäude investiert worden ist“, ergänzte von Carnap.

Gottorf soll von 2018 an für rund 30 Millionen Euro umgebaut werden und einen spektakulären wie umstrittenen Anbau aus Glas bekommen. Bereits seit Herbst 2016 wird das Wikingermuseum in Haithabu für 3,4 Millionen Euro saniert, das Freilichtmuseum in Molfsee nahe Kiel soll von März an einen zehn Millionen Euro teuren Anbau erhalten. Im April soll zudem das sechs Millionen Euro teure Zentralmagazin auf dem Hesterberg öffnen. Ebenfalls 2016 waren Hunderttausende Euro in die energetische Sanierung des Schlosses in Schleswig geflossen.

Diese Bauarbeiten macht das Museum auch für den leichten Besucherrückgang 2016 verantwortlich. Mit 106 000 Besuchern hätten 10 000 Menschen weniger Gottorf besucht, sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Landesmuseen, Guido Wendt – trotz ersten Einblicken in die Sammlung Bönsch mit Werken von namhaften Künstlern wie Ernst Barlach, Max Slevogt und Max Liebermann.

Insgesamt verzeichneten die acht Landesmuseen vergangenes Jahr 383 000 Besucher, 5000 davon im seit Juli wiedereröffneten Eisenkunstgussmuseum in Büdelsdorf. Rund zehn Millionen seines 19,8 Millionen Euro umfassenden Etats bezogen die Landesmuseen 2016 aus Landesmitteln. 2017 sollen es angesichts der Investitionen 15 Millionen Euro sein, bei einem Gesamthaushalt von 23 Millionen Euro.  

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.