Landtag diskutiert über Kita-Reform

Dank der Kita-Reform sollen Eltern künftig selbst entscheiden dürfen, welche Einrichtung ihr Kind besucht. Foto: dpa

Kiel – Der Landtag diskutierte gestern die geplante Kita-Reform, die viele Änderungen beinhaltet. Eine Überblick.

Elternbeiträge

Eine Deckelung sieht maximal 141 Euro pro Monat für eine fünfstündige Betreuung von drei- bis sechsjährigen Kindern vor. Bei den jüngeren Kindern sind es 180 Euro. Eine achtstündige Betreuung soll künftig nicht mehr als 226 beziehungsweise 288 Euro kosten. Das bisherige Krippengeld von 100 Euro fällt weg.

Tagespflege

Bisher gab es dafür keine landesweit einheitliche Regelung. Der Beitragsdeckel gilt künftig auch hier.

Sozialstaffel

Bisher werden Familien mit niedrigem Einkommen in Kreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich entlastet, nach schwer nachvollziehbaren Kriterien. Künftig gibt es eine einheitliche Sozialstaffel.

Geschwister-Rabatt

Besuchen mehrere Kinder gleichzeitig eine Kita oder Tagespflege, müssen Eltern für das zweitälteste Kind nur die Hälfte des Beitrags bezahlen. Jüngere Kinder sind beitragsfrei.

Wahlrecht

Soweit Plätze vorhanden sind, können Eltern ihre Kinder in einer Kita außerhalb ihrer Wohngemeinde anmelden, ohne sich deswegen erklären zu müssen. Bisher konnten Kommunen Kinder aus Einrichtungen ausschließen, wenn die Familie über die Stadtgrenze hinaus ins Umland zieht.

Schließzeiten

Bisher gibt es keine Regelung. Künftig werden sie auf 20 Tage im Kalenderjahr begrenzt, Heiligabend und Silvester kommen dazu. Kleine Kitas mit maximal drei Gruppen können in Ausnahmefällen bis zu 30 Tage im Jahr schließen.

Betreuungsqualität

Bei den über Dreijährigen kümmern sich künftig rechnerisch zwei Fachkräfte um eine Gruppe, bisher waren es 1,5. Gruppen dürfen bisher im Ausnahmefall auf 25 Kinder vergrößert werden, künftig nur bis auf 22. Regelgröße ist 20.

Finanzierung

Sie ist bisher hoch kompliziert und soll vereinfacht werden. Sie erhält laut Landesregierung erstmals eine nachhaltige Struktur, mehr Transparenz und ein höheres Maß an Verlässlichkeit. Eingeführt wird ein anteiliger Landesbeitrag, der auch an die Entwicklung von Platzzahlen und Betreuungszeiten gekoppelt ist. Das Land übernimmt auch alle Dynamisierungskosten, die aus der Beitragsdeckelung resultieren. Der kommunale Anteil soll nicht weiter steigen. Die Förderung pro Kind steigt von durchschnittlich 2 000 Euro (2017) bis 2022 auf 4 400 Euro im Jahr 2022.  dpa

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