Legal in Container langen 

SPD: Land soll für straffreie Lebensmittelrettung kämpfen

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Aus dem Müll in den Magen: Menschen, die containern, holen Essen, das Läden nicht mehr verkaufen, aber noch gut ist, aus Mülltonnen und verwerten es. Dafür begehen sie der aktuellen Gesetzeslage nach Diebstahl und teils auch Hausfriedensbruch. 

Kiel – Schleswig-Holstein soll sich nach Auffassung der SPD auf Bundesebene für die Legalisierung des sogenannten Containerns einsetzen. Die SPD-Fraktion werde kommende Woche im Landtag einen entsprechenden Antrag einbringen, kündigte die Partei Mittwoch in Kiel an. Bisher gilt es als Diebstahl und – je nach Umständen – zudem als Hausfriedensbruch, wenn Dritte aus Abfallcontainern Lebensmittel insbesondere von Supermärkten heraussuchen.

Zudem fordern die Sozialdemokraten ein Abgabengesetz, das den Einzelhandel und die Produzenten verpflichtet, weiterhin verwertbare Lebensmittel an gemeinnützige Initiativen zur Lebensmittelrettung abzugeben. Und die Landesregierung sollte Initiativen, die Lebensmittel vor der Verschwendung retten, finanziell unterstützen. Der Lebensmittelverschwendung müsse Einhalt geboten werden.

Die Justizminister der Länder hatten sich vergangene Woche in Lübeck nicht auf einen Vorstoß einigen können, das Containern zu legalisieren. Dafür fordern auch die Justizminister eine engagierte Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung.

Im April hatte die Bundestagsfraktion der Linken die Regierung aufgefordert, den Griff nach Lebensmitteln in der Tonne straffrei zu stellen und einen Gesetzesentwurf vorzulegen.

Nach Berechnungen der Uni Stuttgart landen in Deutschland fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll, die Umweltorganisation WWF geht sogar von 18 Millionen aus.  dpa

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