Mordprozess gegen Liebespaar / Zeuge aus dem Umfeld der Angeklagten sagt vor Gericht aus

Leiche zerstückelt und einbetoniert

Mit verdecktem Gesicht betritt die Angeklagte den Gerichtssaal. Foto: dpa

Dammfleth/Itzehoe – Sie sollen den Lebensgefährten der Frau ermordet und zerstückelt haben. Ein halbes Jahr nach dem Fund einer einbetonierten Leiche in Dammfleth im Kreis Steinburg muss sich jetzt ein Liebespaar vor Gericht verantworten. Angeklagt sind eine 37-Jährige und ihr rund zehn Jahre älterer neuer Freund.

Die Beschuldigte ist eine zierliche Frau mit freundlichem Gesicht. Ihr schulterlanges Haar hat sie hinter die Ohren gekämmt. Sie hat sich gestern für einen klassisch-eleganten Look entschieden. Nur die Handschellen stören das freundliche Aussehen. Und der Fakt, dass sie eine heimtückische Mörderin sein soll. Zumindest will das der Itzehoer Staatsanwalt Jan-Hendrik Schwitters beweisen. Er hat die 37-Jährige und ihren Freund angeklagt, im Frühjahr 2017 den ehemaligen Lebensgefährten der Frau umgebracht zu haben.

Die Bluttat sollen die beiden gemeinsam geplant und ausgeführt haben. Doch das Duo schweigt bislang zu den Vorwürfen.

„Die Mordermittlungen kamen erst 2019 ins Rollen, weil die Angeklagte ihren Lebensgefährten als vermisst gemeldet hatte“, sagte Staatsanwalt Schwitters. Entsprechende Ermittlungen seien damals ergebnislos geblieben. Erst im Januar habe jemand „aus dem Umfeld des Haushaltes von sich aus sich den Behörden offenbart“, sagte der Staatsanwalt. Die Anklage stütze sich auf Zeugen aus dem Umfeld der Angeklagten. „Zudem – und das wiegt natürlich schwer – ist der Leichnam aufgefunden worden, so wie das einer der Zeugen auch beschrieben hat.“ Rechtsmediziner hätten bei der Untersuchung der Leiche zwei Einschusslöcher gefunden – so hatte es der Zeuge erläutert.

Der Prozess ist für die zwei Angeklagten zum ersten Mal seit Langem Gelegenheit zu einem Blickkontakt. Sie haben in unterschiedlichen Gefängnissen auf das Verfahren gewartet. Der Mann in der Justizvollzugsanstalt Itzehoe, die Frau in Lübeck. Zeit zu persönlichen Gesprächen gab es gestern im Schwurgerichtssaal jedoch nicht. Die Verhandlung wird am 6. September mit der Beweisaufnahme fortgesetzt.  dpa

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