Barriboxen sollen sensibilisieren

Wie lesen blinde Kinder?

Kronshagen/Flensburg – Wie lesen blinde Kinder, warum tun sich manche schwerer mit dem Lernen und wie komme ich mit dem Rollstuhl durch die Schule? Mit Hilfe von Simulationsbrillen, Hörschutz und anderen Hilfsmitteln sollen Lehrer und Schüler für die Besonderheiten von Kindern mit Behinderungen und Beeinträchtigungen sensibilisiert werden.

Dafür stehen an verschiedenen Standorten in Schleswig-Holstein sogenannte Barriboxen zu Themenbereichen wie „Hören“, „Sehen“, „Autismus“ sowie Rollstühle zur Verfügung, die von Schulen ausgeliehen werden können.

Jetzt gibt es offiziell auch an der Universität Flensburg eine solche Barribox. Damit finde sie erstmals Eingang in die Ausbildung der Lehrkräfte in der ersten Phase der Lehrerbildung, teilte das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holsteins (IQSH) mit. Die Leiterin des Arbeitsbereichs Fort- und Weiterbildung der Uni Flensburg, Ina Biederbeck, betonte, „selber zu erleben, was es heißt, beeinträchtig zu sein, ist eindrücklich und erhöht die Empathie und Sensibilität der Menschen weit mehr als es beispielsweise ein reiner Vortrag zum Thema könnte“.

Auch für die IQSH-Projektleiterin Barrierefreie Schule, Inken Schnaase, beginnt der Weg zu einer gemeinsamen Schule für alle Kinder mit dem Verständnis für den Anderen.

„Dabei hält manche Barriere im Kopf mehr auf als zum Beispiel eine fehlende Rampe.“ Das Projekt Barrierefreie Schule wurde 2013 ins Leben gerufen. Insgesamt sind die Boxen bereits mehr als 150 Mal von Schulen aus ganz Schleswig-Holstein ausgeliehen worden.

„Die Rückmeldungen der Lehrkräfte bestätigen, dass die Erfahrungen, die die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zum Beispiel mit Rollstühlen, Ohrschützern oder Simulationsbrillen machen, wertvolle Denkanstöße liefern“, sagte Schnaase. 

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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