Abschied: Wegen des Lockdowns müssen Touristen nach Hause fahren.
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Abschied: Wegen des Lockdowns müssen Touristen nach Hause fahren.

Corona-Maßnahmen greifen auf den Nordseeinseln und Halligen

Letzte Touristen reisen ab

Kiel – Wegen der verschärften Corona-Regeln dürfen Touristen seit Donnerstag nicht mehr auf Schleswig-Holsteins Nordseeinseln und Halligen übernachten. Nach Angaben der Wyker Dampfschiffs-Reederei gab es am Donnerstag auf den Fähren von Föhr und Amrum sowie den Halligen in Richtung Festland „keinen größeren Andrang“. Viele Gäste hatten die Inseln bereits in den vergangenen Tagen verlassen. Auch vor den Autozügen von Sylt zum Festland gab es nach Bahnangaben keine längeren Wartezeiten.

Die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), Bettina Bunge, sagte, „der Tourismus in Schleswig-Holstein leidet unter der Schließung der Beherbergungs-, Kultur- und Freizeitbetriebe, wirtschaftlich wie aktuell auch in der Wahrnehmung der Gäste“. Ein Image, eine Marke bilde sich aber langfristig. „Daher gehen wir davon aus, auch weiterhin ein beliebtes Urlaubs- und Tagungsland zu bleiben.“

Dass die Touristen zum Teil vorzeitig wieder abreisen müssen, „widerspricht unserer gelebten Gastfreundschaft und verärgert nachvollziehbar Neu- und Stammkunden gleichermaßen“, sagte Bunge.

Die Corona-Verordnung beschäftigt auch die Verwaltungsgerichte im Land. „Mittlerweile und ganz aktuell haben wir seit Montag 22 neu eingegangene Eilanträge, die sich gegen Verordnungsregelungen der Landesregierung wenden“, sagte die Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts, Christine Nordmann. Die Antragsteller betrieben Hotels, Ferienwohnungsvermietungen, Restaurants und Gaststätten, Kosmetik-, Fitness-, Sonnen- und Tattoostudios sowie Spielhallen, die derzeit nicht geöffnet werden dürfen. Es klagen aber auch „Erholungssuchende, die entweder nach Sylt anreisen oder nicht abreisen wollen“.

Schleswig-Holsteins Tourismusminister Bernd Buchholz setzt darauf, dass die Branche angemessen entschädigt wird: „Das ist jetzt noch mal ein richtig schwerer Schlag für den Tourismus.“  dpa

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