Als Lotse für Flüchtlinge ist Hamid Wael (links) wichtiges Bindeglied zwischen den Kaufhausmitarbeitern und Menschen mit Migrationshintergrund. Er erklärt den „German way of life“, wie beispielsweise das Anstehen in Schlangen. - Foto: dpa

Pilotprojekt der Flüchtlingshelfer startet

Lotse überwindet kulturelle Gräben

Brunsbüttel - Das Diakonische Werk Dithmarschen setzt Flüchtlinge als Lotsen für Flüchtlinge ein. Sie sollen Neuankömmlingen dabei helfen, sich zurechtzufinden. Knapp ein Dutzend der sogenannten Lotsen mit sozialversicherungspflichtigem Arbeitsplatz gebe es seit Anfang des Jahres, sagte Gerhard Wiekhorst von der Firma Hoelp bei der Vorstellung des Pilotprojekts in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen).

Sprachprobleme und unterschiedliche Lebensweisen in den Herkunftsländern gestalteten die Kommunikation mit den Flüchtlingen zuweilen schwierig, sagte Projektleiter Alexander Rose: „Zum Teil existieren immer noch kulturelle Gräben, die überwunden werden müssen.“ Zum Beispiel mit Hilfe von Lotsen wie Hamid Wael aus Syrien. Der 36-Jährige war im Herbst nach Deutschland geflüchtet. Jetzt will er Landsleuten und anderen arabisch sprechenden Flüchtlingen alltagspraktische Hilfen geben. Unter anderem mit ganz einfachen Tipps zum „German way of life“: „Zum Rollenverständnis von Mann und Frau, oder wie man respektvoll miteinander umgeht,“ erklärte Rose. Oder das für uns selbstverständliche Anstellen und Warten, bis man an der Reihe ist. „Ein Flüchtling hat andere Zugangsmöglichkeiten zu den Migranten als ein Deutscher“, sagte Rose.

Die Halbtagsstelle von Hamid Wael ist zeitlich bis Ende des Jahres begrenzt. Rose hofft jedoch, dass die Arbeitserlaubnis des Syrers verlängert wird. - dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.