Impfwillige stehen in einer langen Schlange an, um sich im Einkaufszentrum Holstengalerie in Neumünster gegen das Corona-Virus impfen zu lassen.
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Impfwillige stehen in einer langen Schlange an, um sich im Einkaufszentrum Holstengalerie in Neumünster gegen das Corona-Virus impfen zu lassen.

Großer Andrang bei Impfaktion in Neumünster

Lübeck setzt auf 2G

Lübeck/Neumünster – Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führt die Stadt Lübeck in eigenen Einrichtungen ab Montag die sogenannte 2G-Regel ein.

Ausnahmen von der 2G-Regel gelten laut Stadt etwa für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und Menschen, für die laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) keine Impfung empfohlen ist. Ebenso sei die Abgabe und Abholung von Medien aus Bibliotheken nicht betroffen. Ausnahmen gelten demnach auch für außerschulische Bildungsangebote wie Integrations-, Berufssprachkurse oder den Bürgerservice und den Besuch von Behörden wie das Ordnungsamt.

„Die aktuellen Infektionszahlen erfordern ein konsequentes und zügiges Handeln“, wird Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) zitiert. Es gebe gesicherte Erkenntnisse, dass von Ungeimpften, aber für den Moment negativ getesteten Personen, eine höhere Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe als von geimpften Personen.

Laut Mitteilung wird auch der Weihnachtsmarkt im städtischen Heiligen-Geist-Hospital mit 2G-Regeln geplant. Der Hotel- und Gaststätten-Verband (Dehoga) Lübeck empfehle zudem seinen Mitgliedern die konsequente Umsetzung der 2G-Regeln in der Gastronomie unter Anwendung des Hausrechts, wird der Vorsitzende Frank Denker zitiert.

Laut Stadt sind weitere Maßnahmen in den kommenden Tagen zu erwarten.

Viele Schleswig-Holsteiner wollen unterdessen möglichst bald mit einer dritten Impfung ihren Corona-Schutz auffrischen. Arztpraxen und mobile Teams sind in vollem Einsatz. Im Einkaufszentrum Holsten-Galerie in Neumünster bildete sich am Samstag eine lange Warteschlange von mehr als 100 Menschen bis auf den Vorplatz. Dort wird montags und samstags von 10 bis 17 Uhr geimpft.

Man erreiche viele Menschen, ob für Booster- oder Erstimpfungen, sagte ein Mitarbeiter der Holsten-Galerie. Vor einigen Wochen sei man mit Impfungen an drei Tagen pro Woche und 100 bis 150 täglichen Impfungen gestartet und habe das Angebot mittlerweile ausgebaut.

Auffrischungsimpfungen sind frühestens sechs Monate nach der Grundimmunisierung möglich. Der Impfschutz verschwindet nach dieser Zeit nicht, lässt aber Experten zufolge dann besonders bei alten Menschen und solchen mit geschwächtem Immunsystem nach. Per Auffrischungsimpfung kann er demzufolge wieder deutlich erhöht werden.

Die Sieben-Tage-Corona-Inzidenz ist in Schleswig-Holstein erneut gestiegen – auf nun 97,9. Die Landesmeldestelle wies am Samstagabend zudem 325 Neuinfektionen innerhalb eines Tages aus. Am Freitag hatte die Inzidenz, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen, bei 95,5 gelegen. Bundesweit hat Schleswig-Holstein in der vierten Virus-Welle nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hier weiter einen besonders niedrigen Wert.

Am Samstag kam den Daten nach kein neuer Todesfall hinzu. Seit Beginn der Pandemie wurden damit weiterhin 1 751 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Am höchsten war die Sieben-Tage-Inzidenz im Land am Samstag in Neumünster mit 127,7 gefolgt von Kiel mit 122,9. Der niedrigste Wert wurde in Ostholstein mit einer Inzidenz von 70,0 verzeichnet.

Die Zahl der Patientinnen und Patienten, die mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen, blieb im Vergleich zum Vortag stabil bei 104; 25 von ihnen wurden auf Intensivstationen behandelt, 21 mussten beatmet werden. Auch diese Zahlen waren unverändert und ebenso die Hospitalisierungsinzidenz – also die Zahl der Corona-Kranken, die je 100 000 Menschen binnen sieben Tagen in Kliniken kamen. Sie lang erneut bei 2,58.  dpa

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