Lyrikbuch erscheint posthum

Gedichte und Erzählungen von Günter Kunert neu im Handel

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Günter Kunert †Schriftsteller

Die letzten Werke des 90-jährig verstorbenen Schriftstellers Günter Kunert sind gestern unter dem Titel „Zu Gast im Labyrinth“ erschienen. Es handle sich um neue Gedichte, sagte eine Sprecherin des Carl Hanser Verlag. Außerdem wird der Wallstein Verlag im kommenden Jahr nicht publizierte Erzählungen des Schleswig-Holsteiners herausbringen. Kunert war am Samstagabend im Alter von 90 Jahren an einer Lungenentzündung in Kaisborstel gestorben.

Kaisborstel – Der Hanser Verlag hatte das Erscheinen des Gedichtbandes schon länger auf den 23. September terminiert. Kunert blicke in seinen letzten Gedichten zurück bis in die Kindheit, zurück auf ein bewegtes Leben in einer bewegten Zeit, teilte Hanser mit. Wallstein will den Erzählband im Februar oder März herausbringen. Der noch vor dem Tod Kunerts gewählte vorläufige Arbeitstitel laute „Vom Friedhof nichts Neues“, sagte eine Verlagssprecherin gestern. Kunert habe die Fahnen noch selber durchsehen können.

Es handle sich um 20 Erzählungen. Sie stammen aus einem langen Zeitraum, die ältesten entstanden noch zu DDR-Zeiten und wurden bisher nicht veröffentlicht. Kunert habe diese Erzählungen im Archiv zuhause in Kaisborstel gefunden – als er damals zufällig das vergessene, 45 Jahre alte Manuskript des erst 2019 erschienenen DDR-Romans „Die zweite Frau“ wiederfand. Kunert hatte den Roman in der DDR nicht veröffentlicht aus Sorge, ins Gefängnis zu kommen.

Schwerpunkt von Kunerts Werk ist Lyrik. Aber auch Prosa schrieb er – darunter zwei Romane, eine Autobiografie, Reisebeschreibungen und Essays. Außerdem schuf er Filmdrehbücher und Hörspiele.  dpa

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