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Zu wenig Spender mittleren Alters

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Zu Blutspendeaktionen kommen zu wenig Menschen mittleren Alters.
Zu Blutspendeaktionen kommen zu wenig Menschen mittleren Alters. © dpa

Junge Menschen zu finden, die regelmäßig Blut spenden wollen, ist in Hamburg und Schleswig-Holstein schwierig. Es fehlt der Spender-Nachwuchs. Gleichzeitig ist der Bedarf an Blutspenden riesig.

Lütjensee – Den Blutspendediensten im Norden fehlt der Nachwuchs. „Es muss uns gelingen, junge Menschen von der Wichtigkeit des Blutspendens zu überzeugen und an uns zu binden“, sagte Susanne von Rabenau, Sprecherin des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Schleswig-Holstein und Hamburg, in Lütjensee.

Auch der Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Sven Peine, sprach angesichts des demografischen Wandels von einer „Mega-Herausforderung“ der kommenden Jahre für alle Blutspendedienste.

Es sei wichtig, Menschen zu finden, die regelmäßig spendeten, um den großen Bedarf zu decken, betonte der Mediziner. Es brauche dieses Engagement, denn es sei eine vermeintliche Sicherheit zu glauben, irgendwer mache das schon. Die Kontinuität beim Spenden ist laut DRK wichtig, weil man keine Vorräte anlegen könne. „Die Präparate haben teilweise nur eine sehr kurze Haltbarkeit“, erklärte von Rabenau.

Der Bestand im Norden ist laut DRK derzeit auf einem niedrigen Niveau stabil. „Aber wir können nicht aus dem Vollen schöpfen“, sagte von Rabenau. „Momentan ist es so, dass wir bei den Rhesus Negativ-Blutgruppen in Schleswig-Holstein und Hamburg relativ leere Regale haben.“ Mit Sorge blickt der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost auf die Weihnachtszeit. „Die Blutversorgung können wir dann nur mit Sonderterminen sicherstellen“, sagte von Rabenau. Tradition haben die Termine am 26. Dezember.

Auch wenn während der Corona-Krise viele mit Blutspenden helfen wollten, kommen die DRK-Zahlen doch nicht an die Zeit vor der Pandemie heran – zum Teil auch, weil die Durchführung der mobilen Aktionen coronabedingt schwieriger war: 2019 gab es 123 000 Blutspenden, 2021 jedoch lediglich 114 500. Doch auch in diesem Jahr sind es bislang nur 98 000. „Unsere Prognose ist, dass wir am Jahresende noch mal unter 2021 liegen“, sagte von Rabenau.

Bei den UKE-Blutspendediensten, die an drei festen Standorten geöffnet sind, ist die Situation anders. Die Unterstützung während der Corona-Zeit sei enorm gewesen, berichtete der Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin, Peine. „Wir haben in den zwei Corona-Jahren doppelt so viele neue Blutspender gesehen.“ Doch seit dem Frühjahr würden die Zahlen deutlich runtergehen – aber noch immer sei man über den Spenden von 2019.

Voraussetzung für eine Blutspende ist die Volljährigkeit. Wer das 73. Lebensjahr erreicht hat, darf beim DRK kein Blut mehr spenden. „Wir beim DRK haben viele ältere Spender“, sagte von Rabenau. „Die fallen dann irgendwann weg als Spender und kommen dann wegen des fortgeschrittenen Alters in die Gruppe der Patienten, die vielleicht irgendwann mal in ihrem Leben auf eine Blutspende angewiesen ist.“

Bis 65 Jahre kann man das erste Mal Blut spenden. „Uns fehlen gar nicht mal so die 18- bis 19-Jährigen, denn wir gehen ja viel in Schulen und digitalisieren unsere Ansprache immer mehr“, sagte von Rabenau. „Aber die Generation nach Schule oder Ausbildung, die Familien-Gründungsphase, das ist die Zeit, in der die Menschen mit anderen Dingen beschäftigt sind.“

Auffällig ist laut DRK ein Unterschied zwischen Stadt und Land: „Die Spendenbereitschaft ist auf dem Land größer“, sagte sie. „In der Stadt lebt man etwas anonymer, auf dem Land sind die Spendetermine in das dörfliche Leben als Treffpunkte integriert.“

Beim DRK bekommt man keine Aufwandsentschädigung fürs Blutspenden, bei den UKE-Blutspendediensten gibt es laut Institutsleiter Peine ab der zweiten Spende 23  Euro.

Männer dürfen laut DRK maximal sechsmal innerhalb von 365 Tagen spenden, Frauen viermal. Es muss ein Mindestabstand von 56 Tagen zwischen den Blutspenden eingehalten werden.

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