Rechtsprechung: Urteil des Landgrichts Kiel. Beispiel
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Rechtsprechung: Urteil des Landgrichts Kiel. Beispiel

Ex-Soldat vergewaltigte Kameradinnen

Mehr als drei Jahre Haft

Kiel – Wegen Vergewaltigung in zwei Fällen hat das Landgericht Kiel einen ehemaligen Unteroffizier der Bundeswehr zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Angeklagte zwei damals 18 und 22 Jahre alte Soldatinnen aus Rostock nach einem Grillfest auf dem Truppenübungsübungsplatz Todendorf (Kreis Plön) im November 2017 vergewaltigte.

Das Landgericht stützte sich bei seiner Entscheidung im Wesentlichen auf die Angaben einer Frau. Deren Schilderungen seien über das Verfahren von einer großen Aussagekonstanz geprägt gewesen, sagte der Richter. Das andere Opfer konnte sich laut Gericht aufgrund deutlich stärkeren Alkoholkonsums nicht an das Geschehen erinnern. Der Angeklagte hat die Tat bestritten, nach seiner Darstellung war es einvernehmlich zum Geschlechtsverkehr gekommen. Er stand zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss. Er war damals Hauptfeldwebel, ist inzwischen aber nicht mehr bei der Bundeswehr.

Den Geschehnissen in der Nacht war ein Grillfest nach Abschluss der Schießübungen der Soldaten einer Einheit aus Mecklenburg-Vorpommern vorausgegangen. Noch in der Nacht zeigten die Frauen den Angeklagten an. Der Prozess fand weitgehend nicht öffentlich statt.

Neben der Haftstrafe muss der 32 Jahre alte Angeklagte den Frauen je 9 000 Euro Schmerzensgeld plus Zinsen zahlen. Wegen materieller Kosten wie beispielsweise Fahrtkosten summierte sich die Zahl bei einem Opfer auf gut 14 200 Euro.

Während eine Frau bereits nach sechs Wochen wieder arbeitete, hatten die andere mit den Folgen der Tat „jahrelang zu kämpfen“, sagte der Richter. Sie habe unter Depressionen sowie einer post-traumatischen Belastungsstörung gelitten und zeitweise 40 Kilogramm zugenommen. Der Verteidiger beantragte Freispruch. dpa

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