Schafsherden mit Zäunen schützen

Mehr Geld für Wolfsabwehr

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Etwa 65 Wolfsrisse gab es bisher im Land. Mit den Wolfsabwehrzaun-Maßnahmen sollen Nutztiere besser vor Angriffen geschützt werden.

Kiel - Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) will deutlich mehr Geld für Vorsorgemaßnamen gegen Wolfsangriffe einsetzen. „Wir haben in diesem Jahr bereits 400 000 Euro für Herdenschutz-Maßnahmen zur Verfügung gestellt“, sagte Albrecht am Dienstag. Im kommenden Jahr soll nach dem Willen des Ressortchefs noch mehr Geld bereitstehen. Eine genaue Zahl nannte er mit Blick auf die Haushaltsberatungen aber nicht.

Schaf- und anderen Nutztierhaltern aus Gebieten, in denen es Wolfsrisse gegeben hat, stellt das Land kostenlos Zaunmaterial bereit. Seit vergangener Woche ist klar, dass die Länder Investitionen von Bauern in den Schutz ihrer Herden gegen Risse von Wildtieren durch Wölfe zu 100 Prozent finanzieren können.

„Es gab noch keinen Riss hinter einer wolfssicheren Zäunung in Schleswig-Holstein“, sagte Albrecht. Den Haltern will die Regierung auch beim Aufstellen helfen. Erwogen wird der Kauf eines Quads für den automatischen Aufbau. Das soll zügig gehen und auch Haltern helfen, deren Tiere auf wechselnden Weiden stehen. „Das werden sicherlich noch einmal einige 100 000 Euro sein, die wir zusätzlich in die Hand nehmen müssen“, sagte Albrecht.

„Die Prävention durch Zäunungen ist der bisher effektivste Weg, um Herdentiere zu schützen“, sagte Albrecht. Er denkt auch über eine Ausweisung weiterer Wolfsgebiete im Norden nach, beispielsweise in den Kreisen Segeberg, Steinburg und Pinneberg. Bislang ist nur das Herzogtum Lauenburg als Wolfsgebiet ausgewiesen. 

Dort sind Halter nach einem Riss verpflichtet, Vorsorge zu treffen für ihre Herde. Nach Ministeriumsangaben gab es im Norden bislang insgesamt etwa 65 Nutztierrisse, bei denen ein Wolf zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte. Hinzu kommen fast 40 Vorfälle, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht sicher ausgeschlossen wurde. 

Bislang hat sich allerdings kein Wolfsrudel im Norden angesiedelt. „Wir haben in Schleswig-Holstein das Glück, dass wir derzeit nur durchziehende Wölfe haben“, sagte Albrecht. Und davon gebe es bislang auch nur wenige. „Natürlich sorgt aber das schon für Konflikte.“

Albrecht wirbt um eine Versachlichung der Debatte um die Rückkehr des vom Aussterben bedrohten Wolfes in den Norden. Er hat aber auch Verständnis für die Ängste von Schafhaltern. „Mit der Belastung, der sie ausgesetzt sind, übertreiben sie nicht“, so Albrecht. „Ich nehme das sehr ernst.“ Seit 2007 wurden Halter für Risse von Nutztieren mit insgesamt bis zu 90 000 Euro entschädigt. 

dpa

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