Zehn Prozent mehr Kinder im Land werden in Krippen oder Kitas betreut. Das bringt die Einrichtungen an ihre Grenzen. J Foto: dpa
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Zehn Prozent mehr Kinder im Land werden in Krippen oder Kitas betreut. Das bringt die Einrichtungen an ihre Grenzen.

Schleswig-Holstein verzeichnet besonders starken Zuwachs

Mehr Kinder in Betreuung

Kiel - Immer mehr Eltern im Land nutzen den Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz für ihre Kleinkinder. Dabei ist der Zuwachs in Schleswig-Holstein besonders deutlich. Zum Stichtag der Erhebung am 1. März dieses Jahres wurden rund 763.000 Kinder unter drei Jahren in einer Kita, einer Krippe oder von einer Tagesmutter betreut, meldete das Statistische Bundesamt. Das waren 5,7 Prozent oder 41.300 Kinder mehr als im Vorjahr.

In Schleswig-Holstein nahm die Anzahl der betreuten Kleinkinder mit 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr am stärksten zu. Ähnliche Zahlen erreichten Hamburg und Niedersachsen (je 10,1 Prozent). Der starke Zuwachs in Schleswig-Holstein sei vor allem eine große Leistung der Kommunen und der Kitas, sagte Familien-Staatssekretär Matthias Badenhop.

Land und Bund hätten mit höheren Zuschüssen dazu beigetragen. Doch das wachsende Angebot mache auch eine transparente Finanzierung und verlässliche Elternbeiträge notwendiger. „Das bisherige System bringt offensichtlich Eltern, Kommunen und die Kitas an ihre Grenzen. Daher wird die Landesregierung in dieser Legislaturperiode eine grundlegende Reform bei der Finanzierung auf den Weg bringen und weitere Investitionen in die Betreuungsqualität vornehmen“, sagte der Staatssekretär.

Die familienpolitische Sprecherin der FDP, Anita Klahn, sagte: „Wir wollen, dass junge Menschen Familien gründen. Wir sehen es als Aufgabe des Landes, dafür Sorge zu tragen, dass der Kitabesuch für die Familien nicht zur Belastung wird.“ Junge Eltern sollten selbstverständlich die Möglichkeit haben, arbeiten zu gehen. Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben mahnte eine gute Ausbildung für das Betreuungspersonal an: „Geld allein bedeutet noch keine betreuenden Hände. Hier müssen wir unsere Anstrengungen noch verstärken.“ 

dpa/kab

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