Papierprodukte sorgen für Wachstumsschub

Jahresbilanz des Kieler Seehafens: Mehr Menschen und mehr Güter

+
2018 gehen in Kiel voraussichtlich 600.000 Kreuzfahrer an oder von Bord, 2017 wurde erstmals eine halbe Million geknackt.

Kiel - Im Kieler Hafen sind 2017 erstmals mehr als sieben Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden. Insgesamt seien im vergangenen Jahr gut 7,4 Millionen Tonnen verladen beziehungsweise gelöscht worden, teilte Dirk Claus, der Geschäftsführer von Seehafen Kiel, gestern in Kiel mit. Das entspreche einem Plus von 14,3 Prozent und ist den Angaben zufolge das bisher beste Ergebnis des Seehafens.

Damit der Hafen auch in den kommenden Jahren gut aufgestellt sei und weiter wachsen könne, werde auch 2018 investiert: So soll unter anderem im Spätsommer der Bau eines zweiten Terminalgebäudes für Kreuzfahrtschiffe am Ostseekai starten. Am Norwegenkai starte der Bau der ersten Landstromanlage. Darüber hinaus würden Lagerkapazitäten geschaffen und das Terminal am Schwedenkai mit einem dritten Gleis für den kombinierten Ladungsverkehr von Schiene und Schiff ausgestattet.

Die größten prozentualen Zuwächse erzielten in 2017 die Massengüter, die den Angaben zufolge um 24 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Im Passagierverkehr gingen insgesamt gut 2,1 Millionen Passagiere an oder von Bord eines Fähr- oder Kreuzfahrtschiffes (plus 1,6 Prozent). Der wichtigste Partner des Kieler Hafens im Passagierverkehr ist den Angaben zufolge die Color Line mit erneut 1,1 Millionen Passagieren.

600.000 Reisende erwartet

In diesem Jahr erwartet Kiel rund 170 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen. Bislang seien insgesamt 168 Anläufe von 32 Schiffen gemeldet, sagte Claus. Es werden geschätzt 600.000 Reisende erwartet.

Einen Wachstumsschub hat nach Ansicht des Geschäftsführers das neue Forstproduktzentrum gebracht. Im ersten vollen Betriebsjahr seien für zwei schwedischen Konzerne gut 780 000 Tonnen Papierprodukte umgeschlagen, eingelagert und distribuiert worden. „Mit dem Papier ist eine der wichtigsten Handelswaren des Ostseeraums an die Förde zurückgekehrt“, sagte Claus. „Unsere Investitionen haben Kiel in diesem Marktsegment wieder neu etabliert.“ Es wurden 25 Millionen Euro investiert und zudem 80 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Mehr Attraktivität durch Autobahnausbau

Auch im kombinierten Fährverkehr gab es ein Umsatzplus. Insbesondere die Stena Line verzeichnete auf der Route zwischen Kiel und Göteborg mit einem Plus um 187.000 Tonnen (9,4 Prozent) ein starkes Wachstum. Die meisten Güter umgeschlagen wurden auf der Linie zwischen Kiel und Klaipeda der Reederei DFDS mit mehr als zwei Millionen beförderten Tonnen. Insgesamt wurden im Fährverkehr mit Skandinavien, dem Baltikum und Russland im vergangenen Jahr über 225.000 Lastwagen, Trailer, Im- und Exportfahrzeuge sowie Busse (plus 5,4 Prozent) via Kiel verladen und knapp 200 .000 Autos sowie Anhänger (plus 5,1) an oder von Bord gefahren. Hinzu kamen knapp 28.000 Container (plus 14,5 Prozent).

Geschäftsführer Dirk Claus sagte weiterhin, für den Fracht- und Passagierverkehr sei eine gute Erreichbarkeit von grundlegender Bedeutung. „Mit dem begonnenen Ausbau der Autobahnen A 7 und A 21 gewinnt der Standort Kiel weiter an Attraktivität.“ - dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.