Diebstahl aus Geldtransporter: Männer müssen mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen

Millionenräuber vor Gericht

Kiel - Für den Diebstahl von 2,4 Millionen Euro aus einem Geldtransporter müssen sich seit gestern zwei Männer vor dem Kieler Landgericht verantworten. Der 41 Jahre alte Fahrer und sein mutmaßlicher Komplize schwiegen zu Prozessbeginn vor Gericht. „Das steht einem pauschalen Bestreiten der Anklage gleich“, sagte Verteidiger Martin Schaar nach dem ersten Verhandlungstag.

Laut Anklage nutzten die Männer am 24. Januar eine Tour von Hamburg nach Kiel. An einer Tankstelle an der B 404 bei Kirchbarkau (Kreis Plön) habe der Fahrer seinen Beifahrer gebeten, Kaffee zu kaufen, sagte Staatsanwalt Florian Müller-Gabriel. Anschließend soll er mit einem 48-Jährigen die Situation genutzt haben, unbemerkt drei Geldboxen zu entwenden.

Beide Angeklagten sitzen in U-Haft. Sie müssen sich wegen gemeinschaftlichen Diebstahls mit Waffen in einem besonders schweren Fall verantworten. Denn der Fahrer habe an dem Tag eine geladene Pistole bei sich gehabt, sagte Müller-Gabriel. Das Gesetz sieht dafür einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft vor. Der Großteil der Beute wurde im März bei Haus- und Autodurchsuchungen sichergestellt.

Vor Gericht wirken die Männer gefasst. Beide tragen Brillen. Der Fahrer ist schmächtiger als der Mitangeklagte. Am ersten Verhandlungstag wurden in dem Prozess drei Videos von Überwachungskameras gezeigt. Auf dem ersten war das Duo beim Beladen des Geldtransporters zu sehen. Das zweite zeigte die Ankunft bei der Firma in Melsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde), das dritte das Entladen der Boxen. Die Verhandlung geht am 11. September weiter. - dpa

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