Mögliche Kampfkandidatur

Serpil Midyatli tritt gegen Ralf Stegner an

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Serpil Midyatli

Neumünster - An der Spitze der Nord-SPD könnte es Ende März einen Wechsel geben. Dann wollen die Sozialdemokraten ihren Vorstand neu wählen. Die stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion, Serpil Midyatli, kündigte nun als erste ihre Kandidatur für den Landesvorsitz an. Das habe sie am Samstag bei einer Sitzung des Landesparteirats in Neumünster getan, sagte Midyatli. „Ich habe auch schon einige Unterstützungsangebote bekommen.“ Es habe bei der Sitzung Applaus gegeben.

Der amtierende Parteichef und SPD-Bundesvize Ralf Stegner hat sich dagegen noch nicht geäußert, ob er auf dem Landesparteitag noch einmal kandidiert. „Ich habe heute vor dem Parteirat selbst gesagt, dass ich mit baldigen Ankündigungen von guten und auch jüngeren Kandidaturen für die verschiedenen Positionen im Landesvorstand rechne“, sagte der 58-Jährige. Weitere Personalvorschläge würden sicher folgen.

Kommt es Ende März zu einer Kampfkandidatur? Stegner führt die Nord-SPD seit elf Jahren. Er hat bislang nur angekündigt, sich im Herbst zu seiner politischen Zukunft im Landesverband zu äußern. Der 58-Jährige war zuletzt abermals in die Kritik geraten, weil die SPD bei der Kommunalwahl im Frühjahr bereits die dritte Niederlage nach der Landtagswahl im Mai 2017 und der Bundestagswahl im Herbst vergangenen Jahres in Folge einstecken musste. Die Sozialdemokraten rutschten im Mai landesweit um 6,5 Punkte auf 23,3  Prozent ab und landeten damit weit hinter der CDU (35,1).

Mit Midyatli hat nun die erste Sozialdemokratin offiziell Ansprüche auf die Nachfolge Stegners als Landeschef angemeldet. Die 43-Jährige ist in der Partei beliebt. Sie gehört seit 2009 dem Landtag an, dem Landesvorstand bereits seit zehn Jahren. Seit Dezember 2017 ist sie außerdem Beisitzerin im Bundesvorstand der SPD.

Neue Dynamik in der Partei

Midyatli begründet ihre Kandidatur mit einer neuen Dynamik in der Partei. „Aktuell läuft ein äußert erfolgreicher Reformprozess, den wir im letzten November begonnen haben“, sagte sie. Es sei eine spannende Zeit in der Nord-SPD. „Diesen Prozess möchte ich als SPD-Landesvorsitzende weiter vorantreiben.“

Die notwendigen Veränderungen würden aber nur als glaubwürdig wahrgenommen werden, wenn sich die Partei auch personell neu aufstelle, sagte die Mutter von zwei Kindern. „Für mich ist die wichtigste Aufgabe der Sozialdemokratie, gesellschaftliche Solidarität zu organisieren.“ Die SPD sei in der Rolle der Opposition angekommen.

Als weitere Kandidatin für eine Kandidatur um den Parteivorsitz galt bislang auch Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange. Sie hatte mit ihrer Kandidatur um den SPD-Bundesvorsitz bundesweite Bekanntheit erlangt. Im April war sie dabei der neuen SPD-Bundesvorsitzenden Andrea Nahles zwar unterlegen, hatte mit 27,6 Prozent der Stimmen aber einen überraschenden Achtungserfolg erzielt. Im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord machte Lange jedoch klar, dass sie nicht SPD-Landeschefin werden wolle. „Ob ich mich bewerbe und als was ich mich bewerbe, halte ich mir noch ein bisschen offen. Aber ich werde sicher nicht Gegenkandidatin von Serpil Midyalti“, sagte sie.

Stegner sagte: „Eine starke und lebendige Partei lebt davon, dass es bei Wahlen mehrere fähige Kandidaten gibt“. Es bleibe bei der Vereinbarung der Führungsgremien der Nord-SPD, „dass alle amtierenden Vorstandsmitglieder – auch ich selbst – spätestens im Oktober erklären werden, ob sie beim Landesparteitag am 30./31. März in Norderstedt wieder kandidieren oder nicht“. 

dpa

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