Das Sumpf-Torfmoos (sphagnum palustre) soll sich durch Wiedervernässung weiter ausbreiten. Bis 2030 sollen auf 20 000 Hektar Moore renaturiert werden.
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Das Sumpf-Torfmoos (sphagnum palustre) soll sich durch Wiedervernässung weiter ausbreiten. Bis 2030 sollen auf 20 000 Hektar Moore renaturiert werden.

Stiftung Naturschutz will Kohlendioxid-Speicher aktivieren

Moore als Klimaretter

Jahrzehntelang wurden Moore trocken gelegt, um die Flächen nutzen zu können. Heute weiß man, dass es sinnvoller ist, sie wieder zu vernässen, damit sie als gigantische Kohlendioxidspeicher funktionieren.

Vaalermoor – Mit einem groß angelegten Programm will die Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein viele weitere trockene Moore vernässen und so von Klimakillern zu Kohlendioxid-Speichern machen. Moore seien die effektivsten Kohlenstoffspeicher der Welt, erläuterte die Stiftung am Dienstag bei der Vorstellung ihrer Pläne in Vaalermoor (Kreis Steinburg).

So könne ein Hektar Moor bis zu sechsmal so viel Kohlenstoff speichern wie ein Hektar Wald. Das funktioniere aber nur, wenn die Moorböden nass sind, sodass die Torfmoose wachsen und CO2 aus der Luft binden können.

Ziel sei es, bis 2030 auf 20 000 Hektar entwässerten Moorböden wieder den optimalen Wasserstand herzustellen. Das stoppe die Emissionen von CO2 und lasse nach wenigen Jahren die Torfschicht wieder wachsen, sodass CO2 aus der Luft gefiltert werden könne.

Heute sind nach Stiftungsangaben rund 90 Prozent der deutschen Moore entwässert, um die Flächen nutzen zu können. Trockengelegte Moorböden würden von Kohlenstoffspeichern zu Klimakillern und gäben laufend CO2 ab. Fast sieben Prozent aller deutschen Treibhausgasemissionen kämen aus entwässerten Moorböden. In Schleswig-Holstein gäben Moore jedes Jahr 2,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre ab – so viel wie der Pkw-Verkehr im Land. Mit der Vernässung entstünden zugleich Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, erläuterte der Leiter des Kompetenzteams Biologischer Klimaschutz, Gerrit Werhahn.

Zusammen mit bereits renaturierten Flächen will die Stiftung künftig die Emissionen aus Moorböden um 700 000 Tonnen CO2 pro Jahr senken. Dies sei etwa so viel, wie alle 90 000 Einwohner von Flensburg jährlich verursachen. Um den natürlichen Wasserhaushalt im Moor wieder herzustellen, werden künstliche Entwässerungssysteme verändert. Gräben und Drainagen werden so angestaut oder zurückgebaut, dass der Boden möglichst ganzjährig bis zur Oberfläche nass wird.  dpa

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