Bis 2030 will die Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein auf 20 000 Hektar entwässerte Moore renaturieren.
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Bis 2030 will die Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein auf 20 000 Hektar entwässerte Moore renaturieren.

Naturschützer wollen mit ihnen mehr CO2 speichern

Moore nützen dem Klima

Westerrönfeld – Intakte Moore nützen dem Klima, entwässerte Moore schaden ihm - vor diesem Hintergrund wollen Naturschützer die Aktivierung von Moorflächen im Norden stärker vorantreiben. Über konkrete Maßnahmen diskutiert der Landesnaturschutzverband mit Experten.

Intakte Moore verringern auch das Hochwasserrisiko in der Umgebung.

Schleswig-Holstein gilt als moorreiches Bundesland. Auf entwässerte Moore entfällt ein beträchtlicher Anteil an den klimawirksamen Emissionen. Für 2017 wurde dieser Wert in Schleswig-Holstein mit mehr als 14 Prozent angegeben. Mehr als 85 Prozent dieser CO2-Emissionen stammen laut Naturschutzverband aus stark entwässerten Flächen, die intensiv land- und forstwirtschaftlich genutzt werden. In Deutschland insgesamt kommen nach Angaben der Stiftung Naturschutz fast sieben Prozent aller Treibhausgasemissionen aus entwässerten Mooren. Der Stiftung zufolge sind intakte Moore die effektivsten Kohlenstoffspeicher überhaupt: So könne ein Hektar Moor bis zu sechsmal so viel Kohlenstoff speichern wie ein Hektar Wald. Das funktioniere aber nur, wenn die Moorböden nass sind, sodass die Torfmoose wachsen und CO2 aus der Luft binden können.

Die Stiftung will bis 2030 im Norden auf 20 000 Hektar entwässerten Moorböden wieder den optimalen Wasserstand herstellen. Heute seien rund 90 Prozent der deutschen Moore entwässert, um die Flächen nutzen zu können. In Schleswig-Holstein gäben Moore jedes Jahr 2,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in die Atmosphäre ab – so viel wie der Autoverkehr.

Der Landesnaturschutzverband (LNV), Dachverband für 24 Vereine mit 175 000 Mitgliedern, forderte von der Landesregierung konkrete Schritte, um die positiven Funktionen der Moore auf Natur, Umwelt und Klima zu reaktivieren. Der LNV begrüße die Etablierung eines Landesprogrammes für den biologischen Klimaschutz und die Bereitstellung öffentlicher Gelder hierfür. Darüber hinaus müssten aber Interessenkonflikte in der Fläche mit flexibelen Lösungen verringert werden, um die angestrebten Moorschutzziele nachhaltig zu erreichen.  dpa

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