Nach den aktuellen Corona-Lockerungen soll das Schleswig-Holstein Musik Festival wieder in fast gewohnter Form über die Bühne gehen. Archiv
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Nach den aktuellen Corona-Lockerungen soll das Schleswig-Holstein Musik Festival wieder in fast gewohnter Form über die Bühne gehen.

Rund 180 Konzerte stehen auf dem Programm

Musik Festival will jetzt durchstarten

Fast wie gewohn: Das Schleswig-Holstein Musik Festival will in diesem Jahr fast wieder zur gewohnten Aufführungspraxis zurückkehren. Die niedrigen Inzidenzzahlen im Land machen es möglich.

Er gehe davon aus, dass die Spielstätten jeweils zur Hälfte gefüllt werden dürften.

Das Festival wird am Sonnabend, 3. Juli, um 20 Uhr in der Lübecker Musik- und Kongresshalle eröffnet. Auf dem Programm stehen Werke von Franz Schubert und von Ludwig van Beethoven. Solist des Abend ist der Pianist Jan Lisiecki, der für die eigentlich vorgesehene Porträtkünstlerin Grimaud eingesprungen ist. Sie musste aufgrund von Reisebeschränkungen ihre Teilnahme an den Eröffnungskonzerten absagen. Stattdessen wird die in den USA lebende Pianistin zwei Zusatzkonzerte in Flensburg und Lübeck geben. „Insgesamt ist sie in diesem Sommer zwölfmal beim SHMF zu erleben“, sagte Kuhnt.

„Die Pandemie hat uns auf eine harte Probe gestellt. Wir mussten immer wieder auf die sich verändernden Bedingungen reagieren“, sagte er. „Unter normalen Bedingungen würden wir jetzt schon das Festival des Jahres 2022 planen. Doch seit April 2020 leben wir praktisch von der Hand in den Mund.“ Rund zwei Drittel der rund 180 Festivalkonzerte finden in diesem Jahr unter freiem Himmel statt.

Die Komponisten-Retrospektive ist in diesem Jahr Franz Schubert (1797 bis 1828) gewidmet. Anders als bei den Retrospektiven der vergangenen Jahre gibt es bei Schubert keinen biografischen Bezug zum Norden. „Sein Leben war viel zu kurz, er hat Wien so gut wie nie verlassen“, sagte Kuhnt.

Schubert wurde nur 31 Jahre alt, hinterließ aber ein umfangreiches Werk. „Allerdings stammten drei seiner Textdichter aus Schleswig-Holstein. Der berühmteste von ihnen, Matthias Claudius (1740 bis 1815), wurde in Reinfeld im heutigen Kreis Storman geboren“, sagte Kuhnt. Von Claudius stammen unter anderem die Texte zu den Liedern „Der Mond ist aufgegangen“ und „Der Tod und das Mädchen“. Rund 60 Konzerte mit Werken von Schubert sind beim diesjährigen SHMF zu hören, darunter auch solche, die so gut wie nie gespielt wurden.

Auch das nicht-klassische Programm ist in diesem Jahr stark von österreichischen Künstlern geprägt. So werden unter anderem das Duo „Die Strottern“ sowie die Sängerin und Schauspielerin Katharina Strasser auftreten, auch ein Abend mit dem österreichischen Liedermacher Rainhard Fendrich steht auf dem Programm. „Die stehen für diese radikale Ehrlichkeit in der österreichischen Kunst, die wir in Deutschland so kaum kennen“, sagte Kuhnt.

Das Konzert mit Strasser ist einer von drei Konzerttipps des Festivalintendanten für das Publikum. „Ich bin mir sicher, dass sie alle verzaubern wird“, sagte Kuhnt. Weitere Tipps sind die Veranstaltungen in der „Philharmonie im Park“, einer großen Freilichtbühne im Park von Gut Emkendorf, und die Konzerte mit dem österreichischen Liedermacher Wolfgang Ambros.

Das 36. SHMF geht am 29.  August mit zwei Konzerten im Kieler Schloss zu Ende. „Das sind die beiden letzten Konzerte, bevor der Konzertsaal saniert wird“, sagte der Intendant und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Das wird gewissermaßen die Abrissparty.“  dpa

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