Nachfrage nach Alarmanlagen im Land steigt drastisch

Angst vor Einbrüchen

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Die Einbruchkriminalität im Land steigt. Die Polizei bearbeitete im vergangenen Jahr 8600 Fälle nach rund 7500 Delikten im Jahr 2014.

Kiel/Bad Segeberg - Die Nachfrage von Alarmanlagen zur Abschreckung von Einbrechern ist im Land offenbar sprunghaft gestiegen. „Wir haben seit November geschätzt etwa 40 Prozent mehr Interessenten und die Nachfrage wächst weiter“, sagte Steffi Wulf von der Fachfirma Mebo Sicherheit am Mittwoch in Bad Segeberg.

Lutz Kleinfeldt, Landesgruppenvorsitzender des Verbandes der Sicherheitswirtschaft, sagte zum Interesse an Sicherheitstechnik: „Die Schleswig-Holsteiner geben deutlich mehr Geld dafür aus.“

Hintergrund dürften die gestiegene Einbruchskriminalität und die Medienberichterstattung darüber sein, sagte Jens Weerts von der Zentralstelle Polizeiliche Prävention des Landespolizeiamts in Kiel. Insgesamt bearbeitete die Polizei im vergangenen Jahr 8 600 Fälle nach rund 7500 Delikten im Jahr 2014. „Die Zahlen zeigen, dass einige wenige Zuwanderer vom Balkan maßgeblich für den Anstieg im Bereich der Wohnungseinbrüche verantwortlich sein dürften“, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) kürzlich bei der Veröffentlichung der Zahlen.

Der Landtag wird sich am Donnerstag mit der gestiegenen Einbruchskriminalität befassen. CDU und FDP fordern mehr Präsenz der Polizei in der Fläche und an Kriminalitätsschwerpunkten. Reaktionszeiten müssten kürzer und Täter schneller verurteilt werden, forderte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. In Bayern mit 13 Millionen Einwohnern gebe es im Jahr etwa gleich viele Einbrüche wie in Schleswig-Holstein mit unter drei Millionen Einwohnern. Dies liege an der größeren Polizeipräsenz in Bayern. Die CDU fordert die Einrichtung einer Taskforce „Einbruchskriminalität“, die landesweit und ganzjährig diese Kriminalitätsform bekämpft, sowie mindestens fünf zusätzliche Stellen für neue Staatsanwälte.

Besonders groß soll die Nachfrage nach klassischen Alarmanlagen sein. Firmen in Kiel und Lübeck sprächen von einer Verdopplung bei den Anfragen und rechneten daher auch mit höheren Umsätzen. Dagegen hätten Sicherheitsfirmen in Flensburg angegeben, die Nachfrage sei genauso groß ist wie im Vorjahr.

„Immer wenn es Presse- oder Fernsehsendungen zum Thema Einbruchskriminalität gibt, bekommen wir mehr Nachfragen“, sagte Weerts. Genaue Zahlen konnte er nicht nennen. Jede Polizeidirektion in Schleswig-Holstein habe eine Präventionsstelle, die aber für vorbeugende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen wie etwa Verkehr oder interkulturelle Kompetenz zuständig sei.

Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen, die Bürgern für ihr eigenes Zuhause ein konkretes Sicherheitskonzept vorschlagen und vor Ort beraten, gibt es seit Jahren nicht mehr im Land. Dafür hat die Polizei aber eine Liste mit geprüften Sicherheitsfirmen in ganz Schleswig-Holstein herausgegeben: Den „Errichternachweis für mechanische Sicherungseinrichtungen sowie Überfall- und Einbruchsmeldeanlagen“. Mit Informationsständen wie diesen Sonnabend in Segeberg wollen Firmen in Kooperation mit der Polizei über Schutzmaßnahmen gegen Einbruchskriminalität aufklären.

Neben Alarmanlagen werde auch vermehrt nach Video-Überwachungskameras für Eingangsbereiche oder den klassischen Haustürspion nachgefragt, sagte Wulf. „So viel Angst wie jetzt haben wir vorher noch nie bei den Kunden, die sich bei uns melden, gespürt.“

dpa

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