Dritter Abschnitt der Westküstenleitung kann gebaut werden

Der Netzausbau im Land kommt voran

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Der Bau der Westküstenleitung gehört zu den zentralen Infrastrukturprojekten im Land.

Kiel - Das Land kommt mit dem für die Energiewende so wichtigen Netzausbau voran. Seit gestern gibt es für den längsten Teil der Westküstenleitung zwischen den Umspannwerken Heide/West und Husum/Nord einen Planfeststellungsbeschluss.

„Wir haben jetzt für weitere 46 Kilometer Baurecht geschaffen und sind auf sehr gutem Wege, um mehr Windenergie aus Dithmarschen und Nordfriesland abtransportieren zu können“, sagte Energieminister Robert Habeck (Grüne).

Die Westküstenleitung gilt als eines der zentralen Infrastrukturprojekte im Land. Laut Netzbetreiber Tennet betragen die voraussichtlichen Gesamtkosten für die Stromleitung und die nötigen Umspannwerke rund 800 Millionen Euro. Etwa ein Drittel der Wertschöpfung erfolge vor Ort. Die insgesamt 121 Kilometer lange Trasse soll künftig von Brunsbüttel bis Niebüll in Nordfriesland führen. Auf voller Länge soll die 380-Kilovolt-Freileitung Ende 2019 in Betrieb sein.

Das zuständige Ministerium rechnet wie bereits beim zweiten Abschnitt allenfalls mit wenigen Klagen. Es drohten aber keine Verbandsklagen von Naturschützern oder Bürgerinitiativen, sagte Habeck. Bei den Planungen seien die Probleme „in 99,9 Prozent der Fälle ausgeräumt worden“.

Naturschutzverbände brachten bei den Planungen beispielsweise den Vorschlag ein, in der für den Vogelzug wichtigen Eiderquerung zur Entlastung eine bestehende 110-Kilovolt-Leitung unter die Erde zu bringen. Außerdem wird die Stromleitung dort mit sogenannten Vogelschutzmarkern versehen. Sie sollen das Risiko verringern, dass Vögel hineinfliegen.

„An der Westküste hatten wir den ersten Abschnitt von Brunsbüttel bis Süderdonn bereits Ende vergangenen Jahres fertiggestellt“, sagte Wilfried Breuer, Mitglied der Geschäftsführung von Tennet. Gleichzeitig sei mit dem Bau des zweiten Abschnitts von Süderdonn bis Heide-West begonnen worden.

Der Netzausbau zeigt nach Ansicht Habecks Erfolge. 2016 wurden trotz neuer Windräder und steigender Strommenge weniger Anlagen abgeregelt als im Vorjahr. „Damit sinken nach ersten Berechnungen der schleswig-holsteinischen Netzbetreiber die Entschädigungszahlungen für 2016 um zehn Prozent auf 266 Millionen Euro, während die Strommenge ungefähr um zehn Prozent stieg“, sagte Habeck.

Er forderte eine Umlegung der Kosten auf alle Verbraucher in Deutschland. Dadurch würden sich die Mehrkosten von Stromkunden im Land von 1,2 Cent je Kilowattstunde halbieren.

dpa

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