Erster Fall im Kreis Dithmarschen / Insgesamt sieben im Bundesland

Neue Coronavirus-Infektionen

Absolute Gewissheit gibt es nur mit diesen Abstrichröhrchen. Foto: Marcel Kusch/dpa

Kiel – Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus ist in Schleswig-Holstein auf sieben gestiegen. Nach Angaben des Kreises Dithmarschen wurde am Mittwochabend eine Covid-19-Infektion einer Mitarbeiterin der Westküstenkliniken in Heide bestätigt. Die Gesundheits- und Kinder-Krankenpflegerin war dort aber zuletzt am 23. Februar auf der Kinderintensivstation eingesetzt. Die Frau besuchte einen Tag später mit einer Kollegin den Kölner Karneval und war danach nicht mehr im Dienst.

Der Frau gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es weiter. Sie befindet sich an ihrem Wohnort in Burg in häuslicher Isolation. Die Klinik gehe derzeit davon aus, dass sich die betroffene Mitarbeiterin erst nach ihrem bislang letzten Dienst angesteckt hat und eine Infektion der anderen Mitarbeiter auf der Kinderintensivstation unwahrscheinlich sei, sagte der Medizinische Geschäftsführer der Westküstenkliniken, Martin Blümke.

Zur Vorsorge sollen dennoch die 14 Mitarbeiter, mit denen die Frau in der Klinik Kontakt hatte, getestet werden. Mindestens bis zum Eintreffen der Testergebnisse seien die Betroffenen vom Dienst freigestellt, sagte Blümke. Außerdem betreute die Frau zwei Kinder, von denen eines bereits entlassen wurde. Alle Kontaktpersonen und die acht derzeit auf der Kinderintensivstation befindlichen Kinder zeigten laut Kreis keinerlei Anzeichen einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Infiziert ist allerdings nun eine neue Person aus dem Kreis Segeberg. Sie war nach Angaben des Kreises allerdings bereits vorsorglich unter Quarantäne gestellt und hatte seit mehreren Tagen keinen Kontakt zur Öffentlichkeit.

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sagte gestern, bislang seien im Norden nur Personen betroffen, die aus einer besonders vom Covid-19 betroffenen Region zurückgekehrt waren oder engen Kontakt mit Erkrankten hatten. „Das Virus zirkuliert noch nicht in Schleswig-Holstein.“

Aktuell befinden sich im Norden nach Ministeriumsangaben etwa 75 Fälle in Abklärung. Weiter gilt der Rat: Wer Symptome verspürt und den Verdacht hegt, er könne mit dem Virus infiziert sein, soll sich zunächst telefonisch an den Hausarzt wenden.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVSH) will mindestens sechs Anlaufstellen einrichten, wo sich Menschen testen lassen können. „Die Nachfragen unter 116 117 haben seit Montag abgenommen, aber auch wir rechnen weiterhin mit einem Ansteigen der Verdachtsfälle“, sagte der Ralph Ennenbach von der KVSH. Die Infektionsspezialistin des Ministeriums, Anne Marcic, sagte, in der Regel reiche gründliches Händewaschen als Vorsorge aus. Testen lassen sollten sich nur Menschen, die unter Symptomen leiden.  dpa

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