Projekt soll Thema vermehrt in den Fokus rücken

Neue Hilfe für Mobbingopfer

Um Mobbing an Schulen zu verhindern, soll ein neues Projekt Schüler, Eltern und Lehrer für das Thema sensibilisieren. Foto: dpa

Kiel – Ein neues Projekt soll Schüler, Eltern und Lehrer stärker für das Thema Mobbing an Schulen im Land sensibilisieren. „Es ist so leicht, jemanden bloßzustellen und lächerlich zu machen, aber für die Betroffenen ist es so schwer, damit zu leben und etwas dagegen zu unternehmen“, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) gestern. Das Projekt „Gemeinsam Klasse sein“ von Ministerium, Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) und Techniker Krankenkasse will das Thema Mobbing in den Fokus rücken.

Durch die sozialen Medien hat die Bedeutung des Problems laut Prien zugenommen. „Ein herabsetzender Tweet oder ein peinliches Foto sind schnell gepostet“, sagte die Ministerin. Es sei deshalb wichtig, Respekt, Toleranz und Empathie zu üben.

Für Lehrer stehen kostenfreie Materialien bereit, mit denen Schulen bis zu fünf Projekttage gestalten können. „Im Schuljahr 2019/2020 werden wir das neue Material auf sechs regionalen Fortbildungsveranstaltungen flächendeckend vorstellen“, sagte die Leiterin des Zentrums für Prävention des IQSH, Heike Kühl-Frese. Ziel sei es, präventiv gegen Mobbing vorzugehen.

„Das Internet bietet noch mehr Möglichkeiten, mit Kommentaren und Fotos zu verletzen“, sagte der Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, Sören Schmidt-Bodenstein. Folge seien häufig seelische Erkrankungen wie Schlaf-, Angststörungen oder Depressionen. „Einige Betroffene werden sogar ihr ganzes Leben von diesen traumatischen Erlebnissen verfolgt.“

Laut einer Umfrage der Krankenkasse unter bundesweit rund 1  000 Schülern zwischen 14 und 20 Jahren aus dem Jahr 2011 hatten 18 Prozent der Schüler angegeben, im Internet bereits beleidigt oder bedroht worden zu sein. 13 Prozent gaben an, dass im Netz bereits Gerüchte über sie verbreitet worden seien.

Unter Schlafstörungen litt demnach fast jeder fünfte Schüler (18 Prozent). Jeder Zehnte hat nach eigenen Angaben im Cyber-Space bereits selbst gemobbt – und jeder Fünfte hält es für wahrscheinlich, selbst Täter zu werden.  dpa

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