Die neue Befahrensverordnung für die Nordsee steht in der Kritik, Naturschutzverbänden fordert die Bundesregierung zu Nachbesserungen auf.
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Die neue Befahrensverordnung für die Nordsee steht in der Kritik, Naturschutzverbänden fordert die Bundesregierung zu Nachbesserungen auf.

Naturschutzverbände fordern Nachbesserungen

Neue Regeln für Schiffe

Husum - Für Kiter, Segler und den Schiffsverkehr auf der Nordsee will das Bundesverkehrsministerium neue Regeln aufstellen. Naturschutzverbände fürchten, dass diese zu Lasten der Umwelt gehen. Aber auch Wassersportler versetzt der Entwurf in Alarmstimmung - jedoch aus anderen Gründen.

Zu den Verbänden zählen etwa der WWF, der Nabu und der BUND sowie diverse Bürgerinitiativen.

Demnach bemängeln die Naturschützer, dass in dem Entwurf für die neue Verordnung zu viele Schutzgebiete für Kitesurfer freigegeben oder durch kleine Fahrwasser zerschnitten und zu viele sogenannte Schnellfahrstrecken ausgewiesen würden. Laut den Naturschutzverbänden führt dies zu mehr Unterwasserlärm und mehr Störungen von Vögeln, die in den Nationalparken des Wattenmeers Rast machen und Nahrung suchen.

„Es geht nicht darum, das Kiten zu verbieten“, sagte der Leiter des Husumer WWF-Wattenmeer-Büros, Hans-Ulrich Rösner. „Es geht darum, das Kiten auf bestimmte Gebiete zu konzentrieren, wo einfach möglichst wenig oder kein Schaden angerichtet wird.“ Problematisch seien etwa die nun im Entwurf ausgewiesenen Kite-Zonen auf den Rückseiten der Wattenmeer-Inseln. Dort könnten Kiter zu nah an die Hochwasser-Rastplätze der Vögel kommen und diese aufschrecken.

Die bestehende Befahrensverordnung für die Nordsee stammt aus den 90er-Jahren. Da sich unter anderem durch die zwischenzeitlich von den Ländern verabschiedeten Nationalpark-Gesetze die Schutzzonen im Wattenmeer veränderten, strebten die Länder eine Novellierung beim zuständigen Bundesverkehrsministerium an. In dieser Woche sind nun Verbände-Anhörungen zu dem im August vorgelegten Entwurf geplant.

Neben Naturschutzverbänden üben auch Wassersportverbände und Inselkommunen Kritik an dem Verordnungsentwurf – allerdings aus anderen Beweggründen. Sie fürchten, dass die Belange des Naturschutzes zu stark berücksichtigt werden. Wattfahrer bemängeln unter anderem, dass das Trockenfallen bei Ebbe im Watt durch größere Schutzgebiete künftig weitgehend untersagt sein könnte. Die Ostfriesischen Inseln fürchten durch die Neuregelung eine Verschlechterung der Wassersportbedingungen, die Insulaner und Touristen treffen würde.  dpa

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