Verfassungswidrig sind viele der neuen kommunalen Satzungen über die Erhebung der Zweitwohnungssteuer. Das geht aus einem Gutachten hervor, das der Eigentümerverband Haus und Grund Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben hatte.
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Verfassungswidrig sind viele der neuen kommunalen Satzungen über die Erhebung der Zweitwohnungssteuer. Das geht aus einem Gutachten hervor, das der Eigentümerverband Haus und Grund Schleswig-Holstein in Auftrag gegeben hatte.

Eigentümerverband kritisiert Regeln zu Zweitwohnungssteuer

Neue Satzungen mit Denkfehlern

Auf Veranlassung des Bundesverfassungsgerichtes mussten in Schleswig-Holstein zahlreiche Satzungen über die Erhebung von Zweitwohnungssteuern geändert werde. Aus Sicht von Haus und Grund wurden die Fehler dabei aber nicht beseitigt-

Als Bezugsgröße verwenden viele Kommunen nun die Bodenrichtwerte. „Das ist genauso falsch wie die vormaligen Einheitswerte, aufgrund derer schon das Bundesverfassungsgericht die Satzungen aufgehoben hatte“, sagte Blazek.

Das Bundesverfassungsgericht hatte vor knapp zwei Jahren eine Berechnungsmethode für die Zweitwohnungssteuer für verfassungswidrig erklärt. Ausgangspunkt war das Karlsruher Urteil zur Grundsteuer aus dem April 2018. Damals hatte der Erste Senat die zugrundeliegenden Vorschriften zur Einheitsbewertung von Grundstücken nach den Verhältnissen von 1964 für verfassungswidrig erklärt. Auf demselben Prinzip fußten die 2019 bemängelten Steuern.

Aufgrund der Karlsruher Entscheidung sind deutschlandweit Zweitwohnungssteuersatzungen in Kommunen aufgehoben worden. Zahlreiche Städte und Gemeinden auch in Schleswig-Holstein haben daraufhin neue Satzungen erlassen, um die Zweitwohnungssteuer erheben zu können. Für einige Eigentümer von Zweitwohnungen hat sich dadurch die Steuer teilweise vervielfacht. Haus und Grund rät allen betroffenen Eigentümern von Zweitwohnungen, gegen aktuelle Abgabenbescheide Widerspruch zu erheben und den Rechtsweg zu beschreiten.

Dem Gutachten zufolge verstoßen die neuen Satzungen gegen Artikel 105 Absatz 2a des Grundgesetzes. Denn die Zweitwohnungssteuer werde quasi mit der Grundsteuer gleichgestellt. Die Zweitwohnungssteuer sei aber eine sogenannte Aufwandssteuer, sagte Blazek. „Das heißt, man muss diese Steuer bezahlen, weil man als Inhaber einer Zweitwohnung als wirtschaftlich leistungsfähig angesehen wird.“ Ein angemessener Maßstab wäre nach Ansicht von Haus und Grund zum Beispiel die ortsübliche Vergleichsmiete. dpa

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