Das Tempo des Windkraftausbaus zieht im Land wieder an.
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Das Tempo des Windkraftausbaus zieht im Land wieder an.

Neue Windkraftplanung für den Norden steht

Kiel – Nach jahrelangen zähen Vorarbeiten hat die Landesregierung neue Regionalpläne für die Windenergie in Schleswig-Holstein endgültig beschlossen. Sie gelten schon ab diesem Freitag. Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack von der CDU und Energieminister Jan Philipp Albrecht von den Grünen äußerten sich zufrieden mit dem Ergebnis.

Die Pläne weisen 344 Vorranggebiete für Windenergie mit einer Gesamtfläche von 32 000 Hektar aus. Das entspricht zwei Prozent der Landesfläche. Von den 3 200 bestehenden Anlagen stehen 2 317 innerhalb der künftigen Vorranggebiete. Dort ist nicht nur ein Neubau von Anlagen möglich, sondern auch ein langfristiges Repowering, also der Ersatz alter Windmühlen durch leistungsstärkere neue.

Die 977 Anlagen außerhalb der künftigen Vorranggebiete haben zunächst Bestandsschutz, müssen mittelfristig aber abgebaut werden. „Gerade in den stärker belasteten Regionen Schleswig-Holsteins erreichen wir so eine Entlastung der Bevölkerung“, sagte Sütterlin-Waack.

Das Oberverwaltungsgericht hatte 2015 die damaligen Regionalpläne gekippt. Um einen Wildwuchs zu verhindern, verhängte das Land ein Moratorium für Neubauten, das an diesem Donnerstag ausläuft. Nur in Ausnahmefällen werden seitdem Anlagen genehmigt. Dies war nach langer Flaute in den Vorjahren 2020 endgültig für 144 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 602 Megawatt der Fall. Um das Ausbauziel des Landes von zehn Gigawatt bis 2025 zu erreichen, müssen jährlich 500 Megawatt hinzukommen.

„Wir haben damit unser Ziel erreicht, den Ausbau der Windenergie an Land noch unter dem Moratorium deutlich voranzubringen“, erklärten Sütterlin-Waack und Albrecht. „Nach vergleichsweise schwierigen Jahren ist damit bereits 2020 die Trendwende gelungen.“ Die Stimmung in der Windkraft-Branche habe sich deutlich aufgehellt.

Die neuen Regionalpläne gäben jetzt nicht nur wertvolle Planungs- und Rechtssicherheit, sondern sorgten auch für einen zusätzlichen Schub beim Ausbau der Windkraft, äußerte Energieminister Albrecht. Die Windkraft sei ein zentrales Standbein der Energiewende im Norden.  dpa

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