Nichts unter 1.000 Euro

LBS-Immobilienatlas zeigt, wie teuer Immobilien im Norden geworden sind

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Für die Immobilienpreise an Nord- und Ostsee gibt es kein Halten. Das gilt nicht nur für die Luxusinsel Sylt. Der neue Immobilienmarktatlas der LBS zeigt auch, wie teuer Wohnungen und Häuser in den größeren Städten geworden sind.

Kiel - Der Kauf von Häusern und Wohnungen an den Küsten, auf den Inseln und in den größeren Städten Schleswig-Holsteins wird immer kostspieliger. Das geht aus dem Immobilienmarktatlas hervor, den die LBS Bausparkasse gestern in Kiel vorgestellt hat.

Ein Ende der Preisspirale ist nicht absehbar. „Wir erwarten, dass der Kaufboom und die Nachfrage ungebrochen bleiben“, sagte der Geschäftsführer der LBS Immobilien Gesellschaft, Wolfgang Ullrich. Spitzenreiter blieb auch im vergangenen Jahr mit großem Abstand die Insel Sylt. 

Aber auch auf Amrum, Föhr, in St. Peter-Ording, an der Lübecker Bucht, am Hamburger Rand sowie in den Innenstädten von Lübeck und Kiel werden zum Teil sehr hohe Preise gezahlt. Der Quadratmeter für weniger als 1 000 Euro, wie es das zum Teil noch vor wenigen Jahren gab, ist laut LBS nirgends mehr zu haben. Die LBS untersuchte für ihren Immobilienatlas zwischen Juli 2017 und Ende Juni 2018 mehr als 19 000 öffentlich zugängliche Angebote für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für Eigentumswohnungen.

Auf Sylt stiegen die Quadratmeterpreise für Häuser um 7,7 Prozent auf durchschnittlich gut 10 600 Euro, für Wohnungen um 3,5 Prozent auf 7 150 Euro. Kampen ist mit fast 22 000 oder 15 000 Euro dabei. Amrum rangiert bei 5 300 Euro je Quadratmeter für Häuser und bei gut 4 900 für Wohnungen; auf Föhr ist es um 400 bis 500 Euro billiger. Pellworm, Hooge und Langeneß sind dagegen Schnäppchen mit 1 600 Euro für Häuser – im Gegensatz zu St. Peter-Ording mit 4 300 Euro.

Besonders viel Bewegung ist auf dem Markt derzeit an der Lübecker Bucht und auf Fehmarn. „Aus dem gesamten Bundesgebiet ist die Nachfrage stark“, sagte Ullrich. Besonders hoch ist das Preisniveau in Timmendorfer Strand mit 4 300 Euro je Quadratmeter bei Wohnungen. In Travemünde müssen 3 200 Euro hingeblättert werden. Besonders kräftige Preissteigerungen gab es in Dahme, Großenbrode und auf Fehmarn.

Unter den größten Städten sind Wohnungen in Lübeck (2 439 Euro) etwas teurer als in Kiel (2 330), wo in besten Lagen aber auch mehr als 3 000 Euro zu zahlen sind. In Flensburg (1 900 Euro) ist es günstiger, während am Hamburger Rand in Norderstedt und in Ahrensburg 2 700 Euro verlangt werden. Trotz der teils hohen Preise könne nicht gesagt werden, dass es im Land keine bezahlbaren Wohnungen mehr gibt, sagte Ullrich. Die LBS habe im vergangenen Jahr 1 300 Immobilien mit einem Durchschnittspreis von 221 000 Euro verkauft.

Zu den günstigeren Städten in Schleswig-Holstein gehören Heide (gut 1 300 Euro je Quadratmeter für Wohnungen) und Itzehoe (1 250 Euro), aber auch hier gab es innerhalb eines Jahres kräftige Steigerungen. Auch in Neumünster (1 330 Euro) und in Rendsburg (1 200 Euro) sind Wohnungen noch günstig zu haben. 

dpa

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