Besonders im Handwerk sowie in der Einzelhandels- und Hotelbranche sind noch Ausbildungsplätze frei.
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Besonders im Handwerk sowie in der Einzelhandels- und Hotelbranche sind noch Ausbildungsplätze frei.

Betriebe wünschen sich trotz der Coronakrise Auszubildende

Noch 5 700 Lehrstellen frei

Kiel – Rund 5 700 Ausbildungsplätze in mehr als 130 Berufen sind in Schleswig-Holstein derzeit unbesetzt. Auf der anderen Seite haben 4 200 Jugendliche noch keine Lehrstelle, wie die Agentur für Arbeit mitteilte. Speziell im Einzelhandel, im Handwerk sowie in Hotels und Gaststätten seien noch viele Plätze frei. „Der Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein ist nach wie vor in Bewegung“, sagte die Regionaldirektorin der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann. „Denn die vorliegenden August-Daten sind trotz des offiziellen Ausbildungsbeginns nur eine Momentaufnahme, da sich coronabedingt die Besetzungsprozesse um mehrere Wochen verzögert haben.“

Gegenwärtig seien Nachholeffekte zu beobachten, meinte Haupt-Koopmann. So würden noch viele Bewerbungsgespräche geführt und Ausbildungsverträge unterschrieben. Im August meldeten sich aber auch 1 430 Jugendliche nach ihrer Ausbildung arbeitslos. Das waren 830 mehr als vor einem Jahr.

Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sei nach wie vor groß. „Ich bin erfreut über das insgesamt große Engagement aller Arbeitsmarktpartner, negative Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Ausbildungsmarkt und damit die berufliche Zukunft junger Menschen zu verhindern, und andererseits den zukünftigen Fachkräftebedarf im Blick zu haben“, erklärte Haupt-Koopmann.

Sie rief Lehrstellensuchende zudem auf, sich bei der Berufsberatung zu melden: „Besucht die digitale Jobbörse der Arbeitsagentur und nutzt die App ,AzubiWelt!‘“.

Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt und die bevorstehende Digitale Woche in Kiel von Samstag bis Sonntag, 5. bis 13. September, appellierte Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) an junge Menschen: „Neben einem Studium bietet auch eine betriebliche Ausbildung oder eine Kombination aus beidem beste Karrierechancen.“ Das gelte besonders für technische Berufe, bei denen viele Ausbildungsplätze unbesetzt seien. Die Coronakrise dürfe nicht dazu führen, dass die Jugend vor einer betrieblichen Ausbildung zurückschreckten, weil sie schlechtere Karrierechancen befürchteten.  dpa

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