OB Kämpfe rechnet mit 30 000 neuen Wohnungen

Noch genug Platz in Kiel

Ulf Kämpfer (SPD)

Kiel – Die Landeshauptstadt Kiel hat nach Angaben von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer Flächenpotenzial für bis zu 30 000 neue Wohnungen. Damit könnte Kiel sogar den höchsten Bedarfsprognosen für neue Wohnungen gerecht werden, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch. Dabei sei nach den jüngsten Entwicklungen davon auszugehen, dass Kiel langsamer wachse als in der Vorausberechnung von 2015 bis 2030 angenommen. Im vergangenen Jahr sei Kiel sogar um knapp 1 200 Einwohner geschrumpft.

Die Versorgung aller Bevölkerungsschichten mit bezahlbarem und geeignetem Wohnraum nannte Kämpfer eine Herkulesaufgabe und Schicksalsfrage für Kiel. Um dieses Problem besser angehen zu können, habe die Stadt die Gründung der Kieler Wohnungsbaugesellschaft im September beschlossen. Die „KiWoG“ soll nächstes Jahr ihre Arbeit aufnehmen und in den nächsten Jahren mindestens 1 000 Wohnungen erhalten, langfristig 4 000 Wohnungen. Als weitere Maßnahmen für mehr bezahlbaren Wohnraum nannte Kämpfer ein Vorkaufsrecht der Stadt für Grundstücke, den forcierten Ausbau von Dachgeschossen sowie den Bau von 2 000  Wohneinheiten für Studierende. Die Entscheidung der Stadt Norderstedt, statt bisher 30 Prozent künftig 50 Prozent neuer Wohnflächen für Sozialwohnungen anzubieten lässt sich laut Kämpfer für Kiel nicht 1:1 umsetzen. Denn in Kiel seien niedrigere Mieten eher erzielbar als im Hamburger Speckgürtel. Und für Investoren müsse sich eine Mischkalkulation lohnen. Laut Kämpfer waren in Kiel im vergangenen Jahr bereits 43 Prozent der neuen Wohnungen Sozialwohnungen –obwohl nur 30 Prozent vorgegeben sind. Er würde sich wünschen, dass der Anteil weiter steige. Man dürfe aber nicht nur bezahlbaren Wohnraum für Arme im Blick haben, sondern auch geeigneten Wohnraum für junge Familien, damit sie nicht ins Grüne in die Kreise Rendsburg-Eckernförde oder Plön abwandern.  dpa

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