Gefängnisse im Norden sind aktuell nicht ganz voll belegt / Für Männer wird es aber langsam eng

Noch Plätze zu vergeben

Kiel - In den Gefängnissen im Norden ist noch etwas Platz. Nur im geschlossenen Strafvollzug für erwachsene Männer ist die Kapazität im Moment fast ausgeschöpft – hier sind 761 von 782 Plätzen belegt. Das geht aus Angaben des Justizministeriums hervor. Insgesamt sind derzeit von 1 376 Plätzen 1 190 belegt, im geschlossenen Vollzug 1 120 von 1 249. Bei Frauen sind es 52 von 81 Plätzen.

„Die Herausforderungen der hohen Belegung in den Justizvollzugsanstalten werden von den Anstaltsleiterinnen und Anstaltsleitern und ihren Bediensteten gut bewältigt“, sagte Schleswig-Holsteins Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). „Wir freuen uns auf die Inbetriebnahme von neuen Haftplätzen im Jugendvollzug in 2019. Dies schafft auch im Erwachsenenvollzug Entlastung.“

Ende 2019 wird in Schleswig für den Jugendvollzug ein Hafthaus mit 72 Plätzen in Betrieb genommen werden. Dies führt laut Ministerium dazu, dass 70 aktuell vom Jugendvollzug genutzte Haftplätze dem geschlossenen Strafvollzug für erwachsene Männer zur Verfügung gestellt werden können.

Anfang 2019 beginnen in Neumünster die Baumaßnahmen für ein neues Hafthaus für den geschlossenen Männervollzug. Mit Fertigstellung Ende 2021 werden weitere 41 Haftplätze im geschlossenen Männervollzug vorhanden sein. Planungen für den Neubau eines weiteren Hafthauses mit 80 Plätzen für den geschlossenen Strafvollzug für erwachsene Männer in Lübeck haben begonnen.

„Durch fortlaufende Baumaßnahmen halten wir die Vollzugsanstalten in Schleswig-Holstein in gutem Zustand“, sagte Sütterlin-Waack. „Wir haben auch die Situation der Bediensteten im Blick“, sagte die Ministerin. „So wurde der Vollzugsdienst in den vergangenen Jahren personell um 43 Stellen aufgestockt, weitere fünf Stellen kommen 2019 noch dazu.“ Von 2021 an werde das Personal entlastet durch eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Das entspreche umgerechnet 63 neuen Stellen.

Hamburg kooperiert mit Schleswig-Holstein bei der Sicherungsverwahrung. Von den 31 Plätzen in der Abteilung des Gefängnisses Fuhlsbüttel werden bis zu elf Sicherungsverwahrte aus Schleswig-Holstein untergebracht. Auch sonst gilt nach den Worten der Behördensprecherin: „Wenn es in einem Bundesland zu Haftplatz-Engpässen kommt, helfen sich die Bundesländer untereinander.“ Ein ins Auge gefasster gemeinsamer Frauen- und Jugendstrafvollzug war Ende 2017 allerdings gescheitert. - dpa

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