Daniel Günther und Astrid Damerow (v.r.) ehrten Peter Harry Carstensen für seine 50-jährige Parteizugehörigkeit.
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Daniel Günther und Astrid Damerow (v.r.) ehrten Peter Harry Carstensen für seine 50-jährige Parteizugehörigkeit.

Umfragetief drückt die Stimmung beim Landesparteitag der CDU

Nord-CDU will mehr Wahlkampfdynamik

Neumünster – Sechs Wochen vor der Bundestagswahl hofft die CDU in Schleswig-Holstein auf mehr Dynamik im Wahlkampf von Kanzlerkandidat Armin Laschet und der Parteispitze in Berlin. Dies machte ein Landesparteitag am Samstag in Neumünster deutlich. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, appellierten vor diesem Hintergrund leidenschaftlich an die Delegierten, für den Wahlsieg und eine Kanzlerschaft von Parteichef Laschet zu kämpfen.

Die Union habe alle Chancen, dies zu schaffen – Laschet sei ein hervorragender Kandidat, sagte Günther. „Wir schaffen das gemeinsam, wenn wir unsere PS als Union im Wahlkampf endlich auf die Straße bringen.“ Günther legte die Messlatte für die Bundestagswahl im Norden hoch: „Wir wollen alle elf Wahlkreise in Schleswig-Holstein holen.“ In Kiel und im Wahlkreis Flensburg-Schleswig, wo Grünen-Chef Robert Habeck antritt, könnte die CDU dieses Ziel jedoch durchaus verfehlen.

Günther wurde ohne Gegenkandidaten mit eher bescheidenen 83,77 Prozent zum Landesvorsitzenden wiedergewählt, nachdem er 2018 noch 90,04 Prozent erhalten hatte. „Ich bin sehr dankbar für das großartige Vertrauen“, sagte er nach seiner Wahl. Günther hatte eindringlich für gute Ergebnisse für sich und seine Vizes geworben. 191 Delegierte votierten für Günther, 32 gegen ihn 5 enthielten sich. Mehr als 80 Prozent seien ein gutes Ergebnis für einen Parteivorsitzenden, sagte Günther.

Der Regierungschef richtete den Blick vor allem auf die Landtagswahl am 8. Mai nächsten Jahres und proklamierte als Ziel: „Wir wollen das beste Schleswig-Holstein aller Zeiten schaffen.“ Es solle überall ein „Leuchtturm-Land“ werden. „Ich brenne für unser Land“, sagte Günther. Und er brenne für die CDU.

Seine Parteifreunde mahnte der Redner: Wenn die CDU nicht jünger, moderner und weiblicher werde, werde es sie nicht mehr als letzte Volkspartei geben. Er blicke mit Stolz auf die Leistungen der Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP in den letzten vier Jahren. Das Bündnis arbeite sehr erfolgreich. „Unserem Land geht es deutlich besser als vor vier Jahren“, bilanzierte Günther. Die CDU müsse sich im Land stärker um die Digitalisierung kümmern, sagte er.

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, setzte sich vor den Delegierten für einen offensiven Wahlkampf ein: Er habe keine Lust auf Defensive, sagte er. Auf die bisherige Wahlkampfführung Laschets und dessen schlechte Umfragewerte ging Brinkhaus nicht ein. Diese Wahl sei „wahnsinnig entscheidend“ für die weitere Geschichte des Landes und seine Gestaltung in den nächsten zehn Jahren.  dpa

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