Nord-FDP unterstützt Windkraft-Bonus

Kiel – Die FDP im Kieler Landtag unterstützt Bestrebungen im Bund, mit finanziellen Anreizen für Anwohner und Standortgemeinden die Akzeptanz der Windenergie zu steigern. „Ich glaube zwar nicht, dass sich die Akzeptanz der Energiewende erkaufen lässt“, erklärte Fraktionschef Christopher Vogt gestern. „Aber dass die Standortgemeinden und die Anwohner am Gewinn beteiligt werden, halte ich im Sinne eines Lastenausgleichs für absolut diskutabel.“

Eine Bund/Länder-Arbeitsgruppe soll bis Ende März Vorschläge machen. Nach dem Willen der SPD sollen Anwohner direkt profitieren. Man müsse „direkte finanzielle Anreize für die Bürger schaffen, die in solchen Gebieten leben“, sagte Bundestagsfraktionsvize Matthias Miersch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die Arbeitsgruppe prüfe Konzepte. „Das reicht von der Beteiligung der Kommunen am Umsatz von Windparks bis zu einem ,Windbürgergeld‘, also direkten Geldflüssen für alle betroffenen Anwohner.“

Die beste Lösung zur Akzeptanzerhöhung blieben Bürgerwindparks, wie es sie bisher vor allem in Nordfriesland gibt, sagte Vogt. Diese seien aber nicht überall realistisch. „Wir werden in der Jamaika-Koalition diskutieren, wie man Standortgemeinden und Anwohner am besten finanziell beteiligen kann.“ Der Windkraft-Ausbau an Land kommt in Deutschland nur noch langsam voran – auch, weil Bürger gegen neue Anlagen kämpfen und Gerichtsverfahren Vorhaben bremsen. Mecklenburg-Vorpommern hatte 2016 ein Gesetz beschlossen, nach dem Investoren und Projektträger Kommunen und deren Bewohnern im Fünf-Kilometer-Umkreis von Windparks Gesellschafteranteile zum Kauf anbieten müssen. Wer das nutzt, wird an den Erträgen beteiligt. Alternativ sind Ausgleichsabgaben an die Kommunen möglich.  dpa

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