Husumer Energie-Messe läuft bis Sonntag

Der Norden ist Vorreiter

Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) sitzt in einem von einer Brennstoffzelle angetriebenen Auto.

Husum – Mit einem neuen Konzept hat in Husum die traditionsreiche Energie-Messe begonnen: Unter dem Titel „New Energy Days“ richtet sie sich bis einschließlich Sonntag erstmals mit unterschiedlichen Schwerpunkten an Fachpublikum und Verbraucher. „Die Aufteilung der Messe in einen fachbezogenen und einen verbraucherbezogenen Teil zeigt, dass die neuen Energien in unserer Gesellschaft wirklich angekommen und zu einem Motor der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes geworden sind“, sagte Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) zur Eröffnung am Donnerstag.

Bis morgen läuft die „New Energy Expert“ für Fachbesucher. Von heute bis Sonntag öffnet außerdem die „New Energy Home“ für Endverbraucher und legt einen Schwerpunkt auf smartes Wohnen, nachhaltigen Lifestyle und Konsum. Insgesamt präsentieren laut Veranstalter mehr als 90 Aussteller ihre Produkte. Schlie nannte die erneuerbaren Energien und die damit verbundenen Unternehmen entscheidend für das Land. „Sie sind die Zukunft, und sie sind bereits jetzt ein guter Teil unserer Gegenwart“, sagte er. Die Energie-Messe habe entscheidend dazu beigetragen, „Schleswig-Holstein zu einer Vorreiterregion zu machen, in der neue Energien nicht nur produziert, sondern zunehmend auch genutzt werden“.

Auch Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) lobte den Norden als Energie-Vorreiter: Bereits 2017 sei in Schleswig-Holstein mehr Strom aus Erneuerbarer Energie produziert worden, als das Land selbst verbrauche: Mit 156 Prozent sei der Anteil am Brutto- stromverbrauch rund vier Mal so hoch wie der Bundesdurchschnitt von rund 36 Prozent. Der Minister betonte aber, dass die Energieerzeugung nicht alles sei: „Wir müssen die vorhandene Energie effizient einsetzen.“

Albrecht forderte eine Reform von Abgaben und Umlagen auf Energie: „Der Wärmesektor ist unsere größte Baustelle“, sagte er. „Derzeit gibt es einen verzerrten Wettbewerb – zwischen erneuerbaren und fossilen Energieträgern und zwischen den in verschiedenen Sektoren eingesetzten Technologien zur Energienutzung“, sagte er. So müssten auch batterieelektrische und auf grünem Wasserstoff basierende Antriebe hohe Abgaben und Umlagen zahlen. „Wärmepumpen und andere Power-to-Heat-Anlagen haben einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Öl- und Gasheizungen. Das wollen wir ändern.“  dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.