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Weggespülte Badestrände: Inseln fürchten Kosten und hoffen auf Hilfe

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Eine freigespülte Bank steht am Strand der Nordseeinsel Föhr.
Eine freigespülte Bank steht am Strand der Nordseeinsel Föhr. © DPA

Die vergangenen Winterstürme und Sturmfluten haben die deutschen Nordseeinseln stark getroffen: Mancherorts sind Badestrände fast komplett weggespült. Die Inseln rechnen mit hohen Kosten und hoffen auf Hilfe. Was bedeuten die Schäden für die Sommersaison?

Norderney/Föhr – Weggespülte Strände, fehlende Strandaufgänge und jede Menge Unrat: Die schweren Winterstürme der vergangenen Wochen haben auf den deutschen Nordseeinseln deutliche Schäden hinterlassen. Teils rechnen die kleinen Kommunen mit Kosten von Hundertausenden Euro.

Auch auf Amrum gab es Abbrüche und Schäden. Die touristische Infrastruktur scheint aber noch zu funktionieren, sagte Bürgermeister Cornelius Bendixen in einer ersten Bestandsaufnahme laut einer Mitteilung des Amtes Föhr-Amrum. Auf Föhr sind die nach Sturm „Zeynep“ festgestellten Schäden gravierender. So sei in Nieblum an einigen Stellen in Richtung FKK-Strand der Sand verschwunden und der nackte Mutterboden zu sehen. „Ich glaube nicht, dass wir dort überhaupt noch einen Strand haben“, sagte Nieblums Bürgermeister Friedrich Riewerts laut Mitteilung. Etwa sind den Angaben zufolge große Teile des FKK-Strandes abgebrochen und mitgespült worden.

„Die Strände sind sehr flach geworden“, sagte ein Sprecher des Amtes Föhr-Amrum. Aktuell werden die Strände selbst nur noch in kleinen Bereichen bei normalem Hochwasser nicht überflutet. Strandkörbe würden aktuell bei normalem Hochwasser bereits im Wasser stehen. Sie könnten daher nur in kleineren Bereichen und in weniger Reihen als bisher aufgestellt werden können. „Es wäre wünschenswert, wenn wir eine Sandspülung bekämen. Aufschütten geht nicht, da kein Sand vorhanden ist. Und aus dem Watt dürfen wir keinen Sand aufschieben“, sagte der Amtssprecher. Im Haushalt seien keine Mittel für Sandaufspülungen vorgesehen. „Wir können nur hoffen, dass das Land uns bei der Sandaufspülung unterstützt.“

Auf Sylt knabberten die Stürme ebenfalls an der Substanz. „Die Schadenslagen sind durch die Häufigkeit und Stärke der zurückliegenden Stürme jedoch erheblich und gut sichtbar“, sagte der Geschäftsführer der Insel Sylt Tourismus-Service GmbH, Peter Douven. Auf Sylt werden jedes Jahr viele hunderttausend Kubikmeter Sand aus Küstenschutzgründen aufgespült. „Welche Maßnahmen in diesem Jahr wo stattfinden, ist uns noch nicht bekannt“, sagte Douven. Die Maßnahmen dienten allerdings dem Schutz der Küste. Belange des Tourismus – etwa die Strandkorbvermietung – seien dabei nicht ausschlaggebend.

Am Hauptstrand der niedersächsischen Insel Borkum laufen bereits Arbeiten, um fehlenden Sand wieder aufzufahren. „Wir erkennen unsere Insel gar nicht wieder“, sagte der Geschäftsführer des Nordseeheilbades, Göran Sell. So sehr hätten Sturm und Wellen den Strand abgetragen. Die Kosten für den Wiederaufbau schätzt er insgesamt auf eine sechsstellige Summe.

Ob die Nordseeinseln auf zusätzliche Hilfen hoffen können? In Schleswig-Holstein ist die Politik bereits aktiv, um den betroffenen Kommunen zu helfen. Es werde gerade eine Förderrichtlinie für den Sonderfonds geschrieben, aus der die Details hervorgehen, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Nach Orkantief „Zeynep“ hatten Ministerpräsident Daniel Günther und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz den Sonderfonds angekündigt, in dem bis zu 2 Millionen Euro für touristischen Maßnahmen bereitstehen. Auch in Niedersachsen signalisierte die Landesregierung bereits Hilfe. Ende März will das Umweltministerium mit den Inseln auf einer Konferenz beraten.  dpa

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