Auf Oland bedrohen Raubtiere die Vogelbrut

Badelatschen gegen Füchse

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Füchse nutzen den Lorendamm um tages- oder stundenweise auf der Hallig zu räubern. 

Oland - Sie kommen nur für wenige Stunden am Tag auf die Hallig, richten dort aber großen Schaden in den Vogelkolonien an – die Füchse. Mit immer neuen Methoden versuchen Naturschützer sie von Oland fernzuhalten. Doch die Raubsäuger geben nicht so leicht auf.

„Füchse verboten“ – ein durchgestrichener Fuchs auf einem Schild, eher im Scherz aufgestellt von einem Halligbewohner am Lorendamm zwischen Dagebüll und der Hallig Oland. Und doch symbolisiert es, was Naturschützer sich wünschen: Raubsäugerfreie Halligen. Denn diese sind Rückzugs- und Brutort vieler Vogelarten. Feinde wie Füchse, Marder und Dachse leben auf den kleinen Eilanden im schleswig-holsteinischen Wattenmeer eigentlich nicht. Doch durch die Verbreiterung und Erhöhung des Lorendamms nach Oland vor knapp zehn Jahren ist eine Art Landbrücke entstanden, die es den Füchsen leichter macht, die Hallig zu erreichen.

Füchse haben keine Bauten auf Oland, kommen nur stunden- oder tageweise auf die Hallig. Und trotzdem: „Der Einfluss auf die Brutvögel von Oland ist erheblich“, sagt die Biologin Maria Schiffler. Seit acht Jahren lebt und arbeitet sie während der Brutzeit von Mai bis Juli auf Oland. Sie erforscht den Einfluss der Raubsäuger auf die Vogelwelt. Seit 2013 habe es kein Jahr mehr gegeben, in dem nicht mindestens ein Raubsäugetier während der Brutzeit immer wieder auf die Hallig komme, sagt Schiffler.

Seitdem seien die Verluste deutlich zu merken. „Selbst ein einzelner Fuchs oder Marder kann einen ganz erheblichen Schaden anrichten.“ Bei einigen Vogelkolonien gehe der Bruterfolg gegen Null. Raubsäuger zurückzudrängen sei bei der Bedeutung dieses Gebiets sehr wichtig. Denn das Wattenmeer entlang der Nordseeküste Deutschlands, Dänemarks und der Niederlande ist nach Angaben der Tierschutzorganisation WWF eines der vogelreichsten Gebiete der Erde: „Zehn bis zwölf Millionen Gänse, Enten, Watvögel, Möwen und Seeschwalben rasten, fressen, brüten oder mausern hier.“

Abschrecken mit Menschenschweiß

Damit die Hallig Oland trotz der ständigen Anbindung ans Festland weitgehend fuchsfrei bleibt, testen die Verantwortlichen des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) immer neue Maßnahmen entlang des Lorendamms, um Füchsen den Weg zu erschweren. Dies ist auch eine Auflage gewesen, um den Damm überhaupt auf diese Art erneuern zu dürfen.

Es gibt Gitterroste im Gleis, auf einer Länge von 100 Metern wurde der Steindamm aufgebrochen und die Schienen wurden auf Pfählen verlegt. Damit die Prädatoren den Priel unter den Pfählen nicht durchschwimmen können, wurde zudem eine 400 Meter lange Schwimmleine verlegt. Auch soll ein hochfrequenter Ton den Fuchs zur Umkehr bewegen – ebenso wie stark nach Menschenschweiß riechende Kugeln und Badelatschen, die entlang der Strecke montiert sind.

Und dennoch: Direkt an der Stelle, wo die Schienen auf den Pfählen liegen, sind im schlickigen Wattboden Fuchsspuren zu sehen.

Als Rückschlag sehen die Naturschützer das jedoch nicht. Sie wissen, dass ihre Maßnahmen Füchse nicht zu 100 Prozent von der Hallig abhalten. Nichtsdestotrotz sei ihre Arbeit wichtig, sagt Schiffler. Weil sie verhindere, dass noch mehr Füchse kommen, und weil sie die Tiere, die sich auskennen, irritieren. Bei einer nur wenige Wochen dauernden Vogelbrutzeit könne dies durchaus relevant sein, denn der Druck auf die Bodenbrüter nehme entlang der ganzen Westküste zu. J dpa

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