Hunderte Feuerwehreinsätze / Fährbetrieb nach Helgoland eingestellt / Kitas geschlossen

Orkantief mischt den Norden auf

In St.-Peter-Ording kippte „Sebastian“ Strandkörbe um – die Tourismuszentrale räumte sie daraufhin vorsorglich ein. J Foto: dpa

wyk/Flensburg/kiel - Orkanböen, die mit bis zu 140 Stundenkilometer über das Land fegen, das war die Vorhersage der Meteorologen für die Nordseeküste. Auch im Binnenland sollte „Sebastian“ heftig werden. Im Laufe des Mittwoch traf es besonders den Norden des Landes. Ein Überblick:

In Wyk auf Föhr hat Orkantief „Sebastian“ eine Frau verletzt. Laut Rettungsleitstelle wurde die 70-Jährige gestern Mittag von einem umstürzenden Baum getroffen. Dabei wurde sie schwer verletzt und musste ins Krankenhaus.

Vom Dach der Nikolaikirche in Kiel fiel laut der Gemeinde ein Firstziegel auf das Auto eines Mitarbeiters und zerschlug das Glasdach. Der Mann war erst kurz zuvor ausgestiegen. Die Einsatzreserven der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren in der Landeshauptstadt wurden ebenfalls aktiviert.

Die Stadt Flensburg schloss die städtischen Kindertagesstätten und empfahl auch den Schulen, zu schließen. Auch die Leichtathletik-Kreismeisterschaften der U 12 im Stadion wurden abgesagt.

Im Kreis Pinneberg zählten die Rettungskräfte am Nachmittag rund 40 Unwettereinsätze. Unter anderem mussten auf der A 23 umgestürzte Bäume und abgerissene Äste geborgen werden. Bis etwa halb sechs abends verzeichnete die Polizei in den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg rund 115 sturmbedingte Einsätze. In etwa hundert Fällen wurden umgestürzte Bäume gemeldet. Die Rader Hochbrücke wurde gesperrt, nachdem nachmittags ein Lkw-Anhänger umgeweht worden war.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartete im Elbegebiet und an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ein eineinhalb bis zwei Meter erhöhtes Abend- oder Nacht-Hochwasser. Der Wetterdienst befürchtete bis zu sieben Meter hohe Wellen in der Deutschen Bucht.

Die Schiffe zwischen dem Festland und den Inseln und Halligen im Wattenmeer fuhren laut Wyker Dampfschiffs-Reederei zum Teil nicht. Auch die Hochseeinsel Helgoland war per Schiff gestern nicht erreichbar. Die Fähren von Büsum, Cuxhaven und Bremerhaven fielen wegen des Wetters aus, teilte die Reederei Cassen Eils mit.

Der Sylt-Shuttle nahm wegen des Sturms keine Campingwagen, Pkw mit Anhänger, Lastwagen mit leeren Anhängern sowie Gefahrgut-Transporte mit. J dpa

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